Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
570
 
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Ende. Tſchekalinski miſchte die Karten, und bereitete ſich zu einer andern Taille vor.

Iſt es erlaubt, eine Karte zu ſezen 2 fragte Herrmann, ſeinen Arm einem diken Herrn vorbeiſtrekend, der auch pointirte. Tſchekalinski lächelte und verbeugte ſich ſchweigend zum Zeichen ſeiner Vereitwilligkeit. Narumoff gratulirte lächelnd ſeinem Freunde zur Beendigung ſeines langen Faſtens und wünſchte ihm einen glüklichen Anfang.

Sie geht! ſagte Herrmann, mit Kreide ſeinen Saz unter ſeine ver dekte Karte ſchreibend.

Wle viel, wenn ich bitten darf? fragte blinzelnd der Banquler.

47,000 Rubel, antwortete Herrmann. f

Bei dieſen Worten geriethen alle Köpfe in Bewegung, und Aller Augen waren auf Herrmann gerichtet. Er iſt verrükt geworden! dachte Narumoff.

Erlauben Sie mir die Bemerkung, ſagte Tſchekalinski mit ſeinem ſtereotypen Lächeln,Ihr Spiel iſt ſehr hoch: Niemand ſezte bis jezt mehr als 275 Rubel auf eine Karte.

Wie Sie wollen, rief Herrmann ausSagen Sie mir nur, ob Bie meine Karte abſchlagen oder nicht?

Tſchekalinski verneigte ſich mit der nämlichen Miene ſtillſchwei gender Einwilligung. 9 8.

Ich wollte nur unmaßgeblich bemerken, ſagte er,daß ich als Bevoll mächtigter meiner Aſſocies nicht anders abziehen darf, als gegen baares Geld. Meinerſeits bin ich natürlich überzeugt, daß Ihr Wort hinlänglich iſt, aber wegen der Ordnung des Spiels und der Berechnung erſuche ich Sie, Geld auf Ihre Karte zu ſezen.

Herrmann zog aus ſeiner Taſche ein Vank-Villet und gab es an Tſche⸗ kalinski, der, es flüchtig überlaufend, daſſelbe auf Herrmann's Karte legte.

Er begann abzuziehen. Rechts lag die Neun, links die Drei.

Gewonnen! ſagte Herrmann, ſeine Karte zeigend.

Unter den Spielern erhob ſich Geflüſter. Tſchekalinski ward etwas ernſt, aber ſogleich kehrte ſein Lächeln zurük. ö

Wünſchen Sie ihr Geld zu haben? fragte er.

Haben Sie die Güte. f

Tſchekalinski nahm aus ſeiner Taſche einige Bank- Villete und zahlte aus. Herrmann empfing ſein Geld und verließ den Tiſch. Narumoff konnte nicht zu ſich ſelbſt kommen. Herrmann trank ein Glas Limonade und ging nach Hauſe. 8

Am nächſten Abend erſchien er wieder. Tſchekalinski taillirte. Herrmann näherte ſich dem Tiſch; die Pointeurs machten ihm Plaz. Der Banquier grüßte ihn höflich.

Herrmann wartete eine neue Taille ab, ſezte eine verdekte Karte mit ſeinen eigenen 47,000 Rubeln und ſeinem geſtrigen Gewinnſt. Icſchekalinki zog ab. Rechts fiel der Bube, links die Sieben.

Herrmann ſchlug die Sieben um.

Ein allgemeines Ah! erſchallte. Tſchekalinski war augenſcheinlich verle gen. Er zählte 94,000 Rubel ab und gab ſie dem Gewinner. Dieſer nahm ſie kaltblütig und entfernte ſich ſogleich.