Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
550
 
Einzelbild herunterladen

5

nicht zu referiren, auch ſeinen Namen in der Zukunft nicht zu nennen. Da Jedermann weiß, wie weit das Terrain der Freundlichkeit der Schauſpieler ge gegen die Rezenſenten ſich erſtrekt und ich mich(wie Klapperl ſagt) mit dem Feinde in keine Verdrießlichkeit einlaſſen will; ſo werde ich dem freund⸗ lichen Erſuchen des Hen. Sch. gefällig nachkommen, und ſeinen Namen künf⸗ tig nicht nennen, ſondern(zur Wiſ ſenſchaft der geehrten Leſer) ſtatt deſſen eine 0 ſezen, und dann, ſtatt über die Leiſtungen des Hrn. Sch., welche ich doch des Ganzen wegen be ſprechen muß, über die Meinung des Publikums, wie es dieſe auf⸗ nimmt, referiren. Bei dieſer Gele genheit muß ich noch bemerken, daß, da ich dem geachteten Leſer dieſer Blät⸗ ter Alles mit Verſtändlichkeit u. Wahr⸗ heit zu berichten bemühet bin, und ich in der Weiſe des Bei falls des Publikums zuweilen einen Un⸗ terſchied finde, ſo werde ich auch in der Zukunft, wenn der Beifall von der Gallerie aus kömmt, mit oben, und wenn ſelber aus den Logen und vom Parterre ertönt, mit unten, endlich wenn ſämmtliches Publik um einverſtanden, mit einſtimmig be⸗ zeichnen. Um meinen Vericht über die Oper zu ergänzen, habe ich nebſt Hrn. Strakati, welcher ſeine Piecen recht lo⸗ benswerth vortrug und ſehr applau⸗ dirt wurde, noch des Hrn. Emminger, als Talbot, zu erwähnen, welcher ſich durch Fleiß und Fortſchreiten in der Geſangskunſt immer mehr in der Gunſt des Publikums feſtſezt, u. nicht blos in der Rolle des Reimbeau, im Robert der Teufel, ſondern ſogar als Arthur, in derUnbekannten, großen und wohlverdienten Beifall er⸗ hielt. Schlüßlich verdient auch das Or cheſter eine beſonders lobenswerthe Er⸗ wähnung, welches unter der Leitung

0

0

des Kapellmelſters Seranp mit Präzi⸗ ſton ſeine Aufgabe löſte. Hiemit ende ich meine diesmalige lange Epiſtel und grüße Sie mit der Bitte, mich Ihren liebenswürdigen Leſerinen aufs Freund⸗ lichſte zu empfehlen. Der Freimüthige.

Berlin. Hier wird eine Vor⸗ ſtellung von Meyerbeer'sHugenot ten vorbereitet, in der die Damen Löwe, von Faßmann u. Taglioni(2) zugleich mitwirken werden Namen, die den melodiſchſten, lokendſten Drei⸗ klang geben. 2.

Literatur.

Wien. Bei Mausberger erſchel⸗ nen vier Bände vermiſchter Schriften von M. G. Saphir. Es werden darin die neueſten und zum Theil auch noch ungedrukte Aufſäze dieſes genialen Hu⸗ moriſtikers vorkommen. Herr Saphir erhält von dem Verleger 2000 fl. C. M. Honorar. Bei J. P. Sollinger hat ſo eben das vierte und(wie es im Vorworte heißt) lezte Heft von Joh. Gabr. Seidl's beliebtenFlinſerln die Preſſe verlaſſen, welches ſich als einen Vorläufer einer zweiten Auflage der früheren Hefte ankündet. Eben ſo ſollen die dret Bände Dichtungen deſſelben Verfaſſers in einem vierten fortgeſezt werden, welcher eine Zuſam menſtellung der ſo beifällig aufge-

nommenen kurzen Lebensbilder, Skiz

zen und Geſchichten enthält, welche J. G. Seidl ſeit Jahren hier und dort einzeln, erſcheinen ließ. 2. Klagenfurt. Ein Taſchenbuch, Noreja betitelt, welches in der Kleinmayr'ſchen Buchhandlung allhier, einfach aber nett ausgeſtattet, erſchien, enthält Legenden, Sagen, Balladen, Romanzen u. ſ. w. von Tſchabuſchnigg, J. G. Seidl, Nell, Leitner, P. Renn, Gallenſtein u. A., deren Boden blos