Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
521
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Deßbuler Saß e qu 9 a

66. Sonnabend, 19. Auguſt. f 1837.

5 da me

(Fortſezung.)

Die jungen Spieler verdoppelten ihre Aufmerkſamkeit. Tomski zün dete eine Pfei ſtrekte ſich aus und fuhr fort: N

Denſelben Abend erſchien meine Großmutter in Verſailles, au jeu de la Reine. Der Herzog von Orleans taillirte; meine Großmutter machte eine leichte Entſchuldigung, daß ſie ihre Schuld nicht mitgebracht, erzählte zu ihrer Rechtfertigung eine erfundene kleine Geſchichte und pointirte gegen den Herzog. Sie wählte drei Karten aus: alle drei gewannen sonica, und meine Großmutter ſpielte ihre Schuld völlig ab.

Zufall! rief einer der Gäſte.

Ein Mährchen! meinte Herrmann.

Das glaube ich micht! fiel Tomski mit ernſter Miene ein.

Was! rief Narumoff,du haſt eine Großmutter, die drei Karten nach einander trifft und haſt nichts von ihrer Kabaliſtik profitirt?

Ja, das weiß der Teufel! erwiderte Tomski,ſie hatte vier Söhne, worunter auch mein Vater; alle ſind große Spieler und nicht Einem theilte ſie ihr Geheimniß mit, wiewohl es für ſie und für mich gar nicht übel gewe ſen wäre. Indeſſen erzählte mir mein Onkel, der Graf Iwan Iljitſch, Fol gendes, was er mit ſeinem Ehrenwort als Wahrheit verbürgte. Der verſtor bene Tſchaplitzki, der Nämliche, der in tiefer Armuth ſtarb, nachdem er Mil lionen durchgebracht, hatte an einem Abend ungefähr 500,000 Rubel verloren. Er war in Verzweiflung. Meine Großmutter, die bei den Ausſchweifungen junger Leute ſonſt immer viel Strenge zeigte, hatte diesmal Mitleid mit Tſchaplitzti. Sie nannte ihm drei Karten, mit der Bedingung, eine nach der andern zu ſezen und ließ ſich ſein Ehrenwort geben, künftig nie wieder zu ſpielen. Tſchaplitzti ging zu ſeinem Beſieger; ſie ſezten ſich zum Spiel. Eſchaplitzki ſezte auf die erſte Karte 50,000 Rubel und gewann ſie sonica er