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liebe wegen allgemein bekannte Gene— ral Graf Kögl wollte am 31. Juli die Renovirung des k. k. Vurgtheaters in Augenſchein nehmen. Ungeachtet der an ihn ergangenen Warnung, ſich vor den offenen Verſenkungen zu hü— ten, ſtürzte er unverſehens in eine ſolche und brach beide Hände.— In Weinhaus bei Wien begingen arme Taglöhner die Unvorſichtigkeit ihr klei— nes einjähriges Kind allein im Zim— mer, auf einem Polſter am Fußboden ſchlafend, zurük zu laſſen. Als ſie Mit— tags von der Arbeit zurükkehrten, fan⸗ den ſie zu ihrem Todesſchreken, an dem Orte, wo ihr Kind gelegen, eine Blut lake und d'rin ein Paar Füßchen. Sie verfolgten die blutige Spur bis in den Hof und wer malt ihr Entſezen, als ſie fanden, daß ihr großes Maſtſchwein es war, welches ſeinen Stall geöffnet, die angelehnte Zimmerthüre mit dem Rüſſel aufgeriſſen, und ihr geliebtes, ihr einziges Kind, bis auf jene Ueber— reſte aufgefreſſen! Welche Vorwürfe, welche Gewiſſensbüſſe haben wohl dieſe achtloſen Eltern ſich zu machen!!!— Alambre.
Buntes aus Paris In die⸗
ſen Tagen kam in Havre ein ame⸗ rikaniſches Schiff an. Der Kapitain hatte bei ſeiner Abfahrt von New-York einen jungen Mann, einen Engländer von Geburt, an Bord genommen. Un- terwegs entdekte dieſer dem Kapitain, daß er ein Weib ſei, und nahm zum Beweiſe eine falſche Haartour vom Kopfe, unter der das ſchönſte, üppig⸗ ſte Frauenhaar ſichtbar wurde. Der Kapitain, deſſen Frau leider ſchwer erkrankt am Vord lag, erſuchte die Dame, ſeiner Frau etwas Geſellſchaft und Hülfe zu leiſten, da keine weib— liche Bedienung am Schiffe ſei. Die junge Dame unterzog ſich dieſem Ge— ſchäfte auf die liebevollſte und ſorg— ſamſte Weiſe. Während der ganzen
von der Aufreizung
Fahrt weilte ſie im Krankenzimmer, Tag und Nacht, bei dem Bette der
Kranken zubringend. Das Schiff N *
endlich an. Sonderbare Umſtände ve
anlaßten die Polizei, eine genauere Rükſprache mit der treuen Pflegerin zu nehmen. Ein Arzt wurde geholt und man entdekte, daß die Dame nichts weniger als eine Dame, ſondern ein hübſcher junger Mann war. Lezterer hat indeſſen die Flucht ergriffen, um ſich der Rache des Kapitains und der Beſtrafung zu entziehen.— Der hi— ſtoriſche Tambour, der unerſchrokene Knabe, der in den Julitagen bei der Brüke von Arcole den Sturmmarſch ſchlug, iſt jezt Tambour in der loten Legion der Pariſer Nationalgarde.— Zu Rouen fand ein Duell ſtatt, das ſich viel komiſcher endigte, als man beider Theile hätte erwarten können. Ein Mann wurde im Vorbeigehen auf der Straße auf eine beleidigende Ant angeredet; er ſah um ſich, und bemerkte, daß ihm ein Anderer nachfolgte. Kaum begann er ſeinen Weg wieder fortzuſezen, als er die nämlichen Scheltworte abermals hörte. Nun forderte er von Dem, der ihm folgte, Rechenſchaft über ſeine Beleidigung, und der folgende Tag ward zum Kampfe feſtgeſezt. Jeder brachte zwei Zeugen(Sekundanten) mit ſich: allein der Herausgeforderte wollte vorerſt beweiſen, daß er keine Scheltworte geſagt habe. Seine Zeu— gen beſtätigten, daß ein Papagei zu dieſen Worten abgerichtet ſei, und— man ging lachend von einander.— In den eliſäiſchen Feldern iſt jezt eine engliſche Bierbräuerei im großartigen Styl und mit einem ungeheuern Aus- hängeſchild errichtet worden. An Sonn— und Feſttagen ſieht man dort mehr als tauſend Perſonen an kleinen Tiſchen umherſizen; die engliſche Brauerei iſt der Tortont der Bierliebhaber.— Auch
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