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Euch ein Beweismittel frei— ſinget. Es gibt in Frankreich nicht zwel Stim⸗ men, wie jene Garats, wir werden ſie erkennen.“
Garat widerſtand umſonſt, er mußte ſich ergeben, und ſang eine Ro— manze. Der ganze Wachtpoſten applaudirte, der Korporal mehr als alle, doch fügte er hinzu:„Das iſt gut, ſehr gut, aber es iſt noch nicht Garat.“
Der Künſtler wurde piquirt, er ſang eine zweite, eine dritte Romanze, dann die berühmte Kavatine aus der„Zauberflöte.“ Die Nationalgarden ſchwammen in Entzüken, die Pfeifen waren ausgegangen, die Pritſche verlaſ— ſen, alle Schläfer hatten ſich erhoben, und umſtanden den Virtuoſen. Da ſchritt der Korporal auf den Sänger zu und verſezte.
„Tauſend Entſchuldigungen für den unſchuldigen Scherz, Herr Garat. Wir hatten Euch ſogleich erkannt; aber wir konnten der Verſuchung nicht widerſtehen, Euch zu hören, und, offen geſtanden, Ihr habt Euch ſelbſt übertroffen.“ 0 N
„Hohle Euch dieſer und jener!“ rief Garat lachend,„ich verliere die Stimme über den Scherz. Ein andermal vergeſſe ich meine Sicherheitskarte gewiß nicht mehr!“
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Ansichten. Urtheil 1 8 taſtie. Auch ich flog hinaus nach dem Mignon⸗Zeitung. lieblichen Baden mit ſeinem herrlichen Helenenthale und ſah dort das„holde Schweſternpaar“ auch noch den Triumph des edelſten Wohlthätigkeit s⸗ ſinnes feiern. Sie tanzten, die Un⸗ vergleichlichen„zum Beſten der Armen“, und dies mit einem Feuer— eifer, mit einer Leidenſchaftsglut— daß man es innig fühlte, wie ſehr der edle Zwek ſie beſeelt haben mochte. Mit Kärnthnerſtraße u. balgte ſich um Pläze 9 1 605 geiſkreichen und gemüthblichen in dem Badner Geſellſchaftswagen. 255 2 n 105 n a A
0 moriſt Wieſt dieſe großherzige Hand— „Es regte ſich geſchäftig Jung u. Alt; lung der Delles. Elster in einem
Feuilettos aus Wien. VI. In den erſten Tagen dieſer Woche hatten wir das ſchöne Schauſpiel einer Theaterenthuſiaſten⸗ und Re⸗ zenſenten⸗Wanderung.„Die De⸗ moiſ. Elsler werden in Ba⸗ den tanzen“ ſcholl es aus jedem Munde, und da lief, was Händ' und Füße hatte, zum„Schwan“, in der
Bald war von Pläzen längsten Blatte der Wiener Theater— Nichts mehr zu ſehen, 4 zeitung.— Oer wakere Magiſtrat der een mis leinen Keren! l. f. Stadt Baden, den kunſterglüh⸗
Eine Rudel junger Rezenſenten, mit ten Bürgermeiſter J. Troſt an der RNRedaktions-⸗Vorſchüſſen ge⸗ Spize, gab nach vollendetem Debut, ſpikt, ſie— im Leben ſonſt die erbit- den beiden Künſtlerinen zu Ehren, ein tertſten Antipoden— mieteſen in brü⸗ ſplendides Souper, welch em beiz uwoh⸗ derlicher Eintracht, einen Fiaker(aus nen auch mehrere anweſende Litera— Mangel an Geſellſchaftswagen) u. jag-[ten geladen worden waren. Eine Se— ten durch den Staub⸗Sirokko der Bad- renade, dem edlen Schweſternpaar ge— nerſtraße, nach dem Eldorado ihrer Fan- bracht, beſchloß den für Baden denk⸗


