Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
504
 
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Looſe vor bereits 10 Ihren 100,000 fl. in Wien gewonnen habe. Die Sache wurde der herzoglichen Regierung nach Wiesbaden gemeldet und dieſe wendete ſich nach Frankfurt und Wien. Von Wien wurde geantwortet, daß nach dem Geſeze nur 3 Jahre der Gewinn eines ſolchen Looſes garantirt und ausge zahlt werde, und mithin das in Frage ſtehende Loos verfallen ſei. Es wurden aber weitere Anſuche in dieſer Sache nach Wien geſtellt und im Anfange dieſes Jahres hat die öſterr. Regie rung dahin entſchieden, daß man dies Mal die Hälfte des Gewinnes auszah len wolle, da die andere Hälfte bereits zum Beſten dortiger Armen verwendet ſei. So erhält der geiſteskranke arme Iſraelit ein Vermögen von 50,000 Gul- den rhein. S. Leipzig. Das ſtebente Heft der Miszellen von Dr. Bran bringt Aus- züge aus den Reiſebemerkungen des Herzogs v. Naguſa in Ungarn, Süd Nußland, der europäiſchen und aſtati ſchen Türkei. Da lieſt man u. A. Fol⸗ gendes über Eisbereitung im Großen im Sommer:Veim Dorfe Gerrenge grund, eine Stunde von Neuſohl, hat eine nicht mehr bearbeitete, mit Waſſer angefüllte Waſſergrube die Ei genſchaft, das Waſſer im Frühjahr in Eis zu verwandeln, das im Monat Ob tober wieder ſchmilzt. Zur Erklärung mag Folgendes dienen. Ueber dem Gan ge, deſſen Eingange nach Südweſten, befindet ſich eine, aus den von der Grube ausgeworfenen Steinen beſte hende Höhe. Da dieſe kleinen Steine nur loker zuſammenhängen, ſo dringen im Winter Schnee in den Gang und füllen ihn mit Waſſer. Da aber im

Frühling die in der oberen Maſſe guf⸗ gehäufte Feuchtigkeit, vermöge der Sonnenhize verdunſtet, und die Ver dunſtung, wie man weiß, den umge⸗ benden Körpern Wärme entzieht, ſo ſinkt der Grad der Wärme im untern Theil bald unter den Gefrierpunkt herab. Nach denſelben Grundſäzen wen det man im Morgenlande poröſe Ge fäße an, um das Waſſer abzukühlen und die loker zuſammenhängenden Stei ne bewirken hier daſſelbe, wie dort die Poroſität der Gefäße. Bei der Dike des Berges aber kann die Hize nicht anders in's Innere dringen, als um Verdunſtung zu bewirken, wodurch dann auch die Erkaltung um ſo größer wird. Demnach ſcheint es erwieſen, daß man in allen Klimaten Eis im Gro ßen erzeugen kann. 3 Zürich. Hier fand ein Natur ſchauſpiel ſtatt! Hr. Gerſtl hat Mad. Birch⸗Pfeiffer gekrönt! Er trat als Genius mit einer Alpenroſenkrone auf, und krönte die Gefeierte!Davon wird man erzählen, ſo lange die Gebirge ſtehen in der Schweiz! Schade, daß Schil ler nicht mehr lebt! Ein Züricher Re ferent ſagt ganz naiv: als ſie gekrönt wurdeblieb kein Auge troken. O Schwärmerei! O Gerſtl, haſt du keine Krone mehr? Gurli will auch Krone haben. F. Baden-Baden. Es ſollen hier ei nige Spieler ſein. Zwei ſpielen gewöhn lich, der Dritte macht den Zuſchauer, und wettet auf den Gewinnenden. Durch dieſe Wetten ſind, wie man ſagt, nicht

unbedeutende Summen von jenen indu ſtriöſen Herren gewonnen worden. Die Polizei ſcheint jedoch bereits der Spe kulation ein Ende gemacht zu 8

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapter mit erſten Kupferabdrüken 8 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſlerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthaudlungen zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen. 4