Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
443
 
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geht auf, endlich vernimmt man in weiter Ferne. die Schalmeien der Hirten Staub wallt auß, nun wird auch die Gloke hörbar. Erſter Auftritt: Der Leithammel tritt auf, ihm folgt die ganze Schafheerde, eine unendliche Staubwolke bedekt das Parterre, die Damen in den Logen bekommen den Hu⸗ ſten, die Herren wehen mit den Schnupftüchern und klopfen den Staub von den ſchwarzen Kleidern.

Nun und weiter

An die Schafe ſchließen ſich die Ziegen, es gibt auch Böke darunter 5

Und dann fragte ich mit ſteigender Verwunderung.

Der Staub mehrt ſich, es kommen die Kühe, die ſchönſte Schweizerart, die ſich denken läßt; die Rinder folgen, der Stier zieht die Bewunderung des Publikums auf ſich, er iſt etwas wild, und wird von Hirten an Strängen geführt, damit er nicht aus der Rolle falle..

(Beſchluß folgt.)

Der Verfall der Serenaden.

Früher war das Serenadenbringen unter den Großen und Hochgeborenen in Spanien und Italien ſehr allgemein. Man hielt daſſelbe für einen weſent lichen Theil der Galanterie und in den Städten des Südens klang in ſchö nen Sommernächten Muſik von verliebten Herren von Mitternacht bis Ta⸗ gesanbruch. Da nicht alle Herren gute Stimmen hatten, ſo nahmen einige Sänger mit ſich, aber eine lange Zeit hinduuch hielt man es keineswegs un⸗ ter ſeiner Würde, ſelbſt Theil an dem Konzerte zu nehmen. Eine der frühe⸗ ſten Serenaden in Italien, von der wir leſen, war vielleicht auch die höchſte von allen, nämlich die Manfredis, eines Sohnes des Kaiſers Friedrich II., der ſpäter König von Neapel und Sieilen und von Dante unſterblich gemacht wurde. Wir wiſſen nicht, woher es kommen mag, aber es iſt gewiß, daß ſo⸗ wohl in Spanien und Italien jene Sitte, nach einer Abnahme um die Mitte des lezten Jahrhunderts, gänzlich aus der Mode und dem Gebrauche unter den obern Klaſſen gekommen und jezt nur bei der unterſten Klaſſe noch üblich iſt. In Venedig, daß ſonſt allen voran ging, ſind jezt die vorzüglichſten Se renadenbringer Barbiere. Wenn man in Neapel, wo die herrlichen Monden nächte Liebe mit der Muſik, ihrer natürlichſten Stimme, einflößen, eine Gui⸗ tarre auf der Straße hört, ſo kann man darauf wetten, daß ſie in den Hän⸗ den eines verliebten Kutſchers oder ſentimentalen Barbiers iſt. Der Geſang und das Spiel dieſer Minneſänger ſind ſelten anhörbar; ſie finden deshalb auch keineswegs die Achtung wie ſonſt und werden wohl gar ſehr übel empfangen.

Ansichten. Urtheile. Begebnisse.

Shakſpeare, Leſſing, Schiller, Rau⸗

Th eater. pach, Goethe(deſſen Clavigo wir noch

e ſt h.(Minna v. Varnhelm. erwarten) u. ſ. w. ziehen in geſchloſ⸗ Dem. Padjera.) Welch ein Repertoir! ſenen Reihen vorüber und überſätti⸗