Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
431
 
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erſten Gaſtrolle.(Ueber die Gaſtſpiele des Hrn. Wothe ſprechen wir ein an dersmal.) J D. Stuttgart(21. Junt). In ei⸗ nem geſtern gegebenen Stük der lang weiligſten Art glaubte ein gewöhnli cher Schauſpieler dadurch einiges Leben bringen zu müſſen, daß er einen hier anſäßigen Schriftſteller in Kleidung und Gang karrikirt darzuſtellen ſuchte. Dieſer Unfug empörte das Schiklich beitsgefühl, und erfüllte die Freunde der Kunſt mit wahrhaftem Bedauern, da er recht deutlich den Standpunkt bezeichnet, von dem eine ſolche Anſtalt betrachtet und beurtheilt ſein will. Das Stük war, wie der Zettel ver⸗ kündete, von Hrn. Seydelmann in die Szene geſezt, u. der Herr Hoftheater Intendant hatte nicht nur das Ganze gut geheißen, ſondern ſah dem Auftr it te mit erſichttichem Wohlgefallen zu! (Korreſp.)

Mignon ⸗Zeitung.

München. Die Stifter des hydro pathiſchen Hauptvereins, Herren Pro feſſoren Oertel und Kirchmayr, haben auf die Errichtung öffentlicher Waſ ſerheilanſtalten in Baiern einen An trag bei der Ständeverſammlung ge ſtellt. Sie ſchlagen vor,von Staats wegen mehrere naturſinnige junge Män ner von geſundem Sinne und natürli chem Verſtande und Scharfblik auf die Waſſeruniverſität Gräfenberg, ſo wie auf das nahe Waſſerlyceum Freienwal dau zu ſenden, um die Waſſerheilkun de theoretiſch u. praktiſch zu lernen. (O wäſſ'riges Zeitalter!) 5

Turn. Der Reinertrag beider von Paganini gegebenen Akademien beläuft ſich auf 9885 Lire italiane,

e auf allerhöchſten Befehl den Pfarrern der Stadt und des Weichbil⸗

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des von Turin zur Verthellung an die Armen übergeben wurden. Echo.

Buntes aus Paris. Die franzöſiſche Korvette Bonite kam am 8. October 1836 auf den Sandwichsin ſeln an. Die Frau Kepiorani, die im Diſtrikte Karapakoa herrſcht, kam auf das Schiff, von einem Miſſionär be gleitet. Den andern Tag empfing Herr Vaillant den 22jährigen König Ta⸗ meha-Meha, mit ſeinen Gouverneurs, ſeinen Schweſterk, und zwei Königin nen, Wittwen des vorigen Königs. Die Sandwichinſulaner waren etwas verle gen, ſie glaubten, Herr Vaillant kom- me, um ſie wegen ihres Benehmens ge gen zwei katholiſche Miſſionärs zu ſtra fen. Doch ſprach jezt Herr Vaillant noch nicht davon. Der König trug eine rei⸗ che Uniform als Marſchall der peruani ſchen Armee; ſein Gefolge trug eng 0 liſche Offiziersuniform. Die Inſulaner waren über das Schiff nicht wenig er freut. Nach dem Frühſtük, wobei ſie ſich die franzöſiſchen Weine, Liqueure und Konfituren trefflich ſchmeken ließen, brachte Herr Vaillant die Angelegen heit der aus den Sandwichinſeln nach Cochinchina verwieſenen zwei Franzo⸗ ſen ernſtlich zur Sprache. Der König verſprach, die Franzoſen künftig beſſer zu behandeln. Vor dem Laden ei⸗ nes Paraplui-Fabrikanten in der Straſ ſe St. Denis bewundert man einen

Negenſchirm, der für den Kaiſer von

Marokko verfertigt wurde. Er hat 18 Fuß in Umfang, iſt von grünem Sammt, mit blauem Taffet gefüttert, mit gol denen Quaſten und mit Goldſtikerei geſchmükt. Während in Deutſchland jeder neue Oſtermeßkatalog den vor hergegangenen an Umfang übertrifft, bezeichnet das Pariſer Journal de la Librairie das Jahr 1856 in Frankreich als 17 weniger produktiv, denn ſei⸗ ne unmittelbaren Vorgänger. Im Jahr 1855 ließ der franzöſiſche Buchhandel