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geleſen hatte, hatte er unverzüglich den Befehl gegeben, daß neben ihm dem Oberſt O'Carroll ein Plaz eingeräumt werde. Vergnügt und ſtolz, ſeinen Zwek ſo gut erreicht zu haben, eilte der Wirth, dem Wunſche des Fremden gemäß, auf die Poſt, um nachzuſehen, ob unter deſſen Addreſſe indeſſen keine Briefe an ihn eingelaufen ſeien.
Der Oberſt war in dem Augenblike eingetreten, wo eine Art Pauſe ſtattfand. Die Jury, welche abgetreten war, um ſich über die Sache eines Straßenräubers zu berathſchlagen(deſſelben, von dem Mulligan geſprochen hatte), der eines Raubes und Mordes angeklagt war, den er ſechs Monate früher unternommen hatte, trat eben wieder ein. Die Debatten hatten nicht lange gedauert, die Zeugenausſagen waren ſo beſtimmt, daß Niemand auch nur den leiſeſten Zweifel über die Schuld des Angeklagten hegte. Seine ganze Vertheidigung beſchränkte ſich auf die Behauptung ſeiner Unſchuld und auf die Erklärung, daß, wenn es ihm möglich wäre, Zeugen aus England kommen zu laſſen, er klar beweiſen könnte, daß er zur Zeit, wo das Verbrechen verübt worden, gar nicht in Irland geweſen ſei.
Die Geſchwornen ſprachen ihr„ſchuldig“ aus.
„Ganz gewiß, ganz gewiß!“ rief der Richter, indem er neben ſeinem Plaze nachſuchte, um ſeine ſchwarze Müze aufzuſezen; es war unmöglic, daß zwölf rechtſchaffene Männer hätten können einen ſo großen Spizbuben durch— ſchlupfen laſſen. Ich danke Ihnen, meine Herren Geſchworne, ich dane Ih— nen. Man führe den Angeſchuldigten Gahagen herein, daß ich ihm se n Ur⸗ theil verkünde.“
Derſelbe wurde nun durch den Kerkermeiſter hereingebracht, und mußte auf der Bank der Angeklagten Plaz nehmen, wo er mit e niedergeſchlagenen Augen und den Kopf in die Hände geſtüzt, ſaß.
„Was habt Ihr vorzubringen, Terenz Gahagen, um das F voa euch abzuwenden?“ fragte der Richter.
„Nichts, als daß ich es nicht verdient habe, Mylord; daß ich bird zwei falſche Zeugen ſterbe und ermor det werde, und daß ich ſo unſchuldig bin, wie das Kind im Mutterleibe.“
„Bah! Bah!“ ſagte der Richter, indem er ſich mit der ſchwarzen Müze bedekte,„dieſe Sprache führen alle verſtokten Verbrecher.“
Kaum hatte der Richter dies geäußert und Miene gemacht, das Urthell zu verkünden, als der Delinquent zufällig ſein Haupt erhob und ſein Blik auf den Oberſt O'Carrol fiel, der dem, was um ihn her vorging, wenig Auf— merk ſamkeit geſchenkt hatte, und ganz in die Briefe vertieft zu ſein ſchten, die ihm durch Mulligan kaum erſt überbracht worden waren.
„Ach Jeſus! u iſt es möglich!“ rief der Angeklagte, und fiel, wie ohn⸗ möchtig, von der Bank.
Dieſer Vorfall veranlaßte einige Verwirrung in dem Saale, und ver— ſchob die Verkündigung des Urtheils. Man eilte dem Unglüklichen zu Hilfe, und als er wieder zu ſich gekommen war, fragte ihn der Richter nach der Ur— ſache dieſer plözlichen Gemüthsbewegung, und der ihm entfahrenen Ausrufung.
„Ach, Mylord!“ erwiderte er,„mein Leben iſt gerettet! Es iſt eine Perſon her, die, wenn es Eure Herrlichkeit geſtatten will, im Stande iſt, mein alibi zu beweiſen.“
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