Kunst, Eleganz und Mode.
Veßuler Haaheg ,.
44. Sonnabend, 3. Juni. ö. 1837.
Nummer ſechsunddreißig. (Beſchluß.)
Die Bank ſchien der gemeinſame Feind zu ſein, und an jedem Sieg, welcher über dieſelbe gewonnen worden, nahmen die Zuſchauer freudigen An⸗ theil. Bald hatte unſer Spieler mehrere tauſend Franken vor ſich
„Alles oder nichts!“ rief er auf einmal in verwegenem Ueberkuthe aus. „Ich ſeze meinen ganzen Gewinnſt.“
Man zählt denſelben, es waren gerade zwölftauſend Franken. Er ſchob ſie auf Rot h. Mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit paßte jeder Zuschauer auf. Stille herrſchte.„Rien ne va plus!“ Die Kugel fiel in die Kapſel, ſprang wieder heraus, hüpfte noch einige Male auf der Scheibe herum und blieb endlich ſtill. f J
„Vingt, rouge, pair, passe!“ rief der Bankier mit Mühe ſeinen Un⸗ muth verbeißend. Die Zuſchauer athmeten laut auf, ſo daß es beinahe wie ein Jubelruf erſcholl. Viele wünſchten dem jungen Manne ganz laut zu ſeinem Gewinnſte Glük. Andere frohlokten über den Verluſt der Bank. Ueber ihn ſchien jedoch plözlich Vernunft und Koltblütigkeit gekommen zu ſein. Ohne eine Miene zu verziehen, faltete er ſeine Banknoten zuſammen und verwahrte ſie in ſeine Brieftaſche. Dann ſtand er von dem Tiſche auf, verlangte vom Saal bedienten Papier, Feder und Tinte, ſezte ſich an einen Seitentiſch und begann ein Billet zu ſchreiben. Ich für meinen Theil hatte auch großen An— theil an dem jungen Künſtler und ſeinem Glüke genommen, und mich recht herzlich darüber gefreut, ſo, daß es mir am Ende ſchien, als hätte ich ſelbſt ſo viel gewonnen. Meine Fantaſie gaukelte mir vor, was ich mit dem Golde anfangen wollte. Ich ſah mich in einem gemüthlichen, kühlen Zimmer von Freunden umgeben, an einer Tafel ſizen, die mit Flaſchen der beſten, köſt⸗ lichſten Weine beſezt war, und wir rauchten alle vom feinſten, türkiſchen Tabak


