Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
343
 
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500 Dilettanten zuſammengekommen, die von der kräftigen Hand eines Ries zuſammengehalten, von ſeinem Feuer erwärmt wurden. S. Buntes aus London. Die Gläubiger des verſtorbenen Herzogs von Pork ſind ſehr erfreut. In dem Gerichte des Vizekanzlers iſt nämlich entſchieden worden, daß die Bergwerke von Kap Breton zu den Apanagen des Prinzen gehörten, und da dieſe Gru ben jährlich beinahe 50,000 Pfd. Sterl. einbringen, ſo werden die Schulden wohl für voll bezahlt werden. Auf dem St. Jamestheater in London iſt die beliebte deutſche Oper:des Ad⸗ lers Horſt, Muſik von Gläſer, mit großem Beifall gegeben worden. In dem Londoner Stadttheile Shoreditch ſprang neulich ein Pulvermagazin in die Luft. Der Aufſeher wurde weit hinweggeſchleudert und todt gefunden; mehrere andere Perſonen wurden be deutend verwundet, und die benachbar ten Häuſer ſtark beſchädigt. Der Ver luſt iſt um ſo empfindlicher, als die wenigſten Häuſer verſichert waren. Ein Freund Harro Harring's, der neu lich mit einem Polen einen Zweikampf beſtand und ſchwer verwundet wurde, macht in einem Londoner Blatte eine Berichtigung der über ihn gegebenen Nachrichten bekannt. Es heißt dort: es ſei falſch, das Harro Harring ein Pole ſei, auch ſei er nicht Oberſt, ſondern nur Offizier in der Leibgarde des Großfürſten Konſtantin geweſen, in welcher Eigenſchaft ers ſpäter zur polniſchen Revolutionsarmee überging. Er war, ehe er in ruſſiſche Dienſte trat, in Griechenland. Bekannt ſind ſeine Memoiren über Polen und das junge Italien. Er iſt 58 Jahre alt und nicht verheirathet; er kam erſt vor 6 Monaten nach England, nachdem er auf Anſuchen Rußlands aus der Schweiz vertrieben, und von franzöſiſchen Gen

darmen nach Calals abgeführt worden war, von wo er ſich nach London be gab. Uebrigens iſt ſeine Wunde nicht tödtlich. 02 Paris. Ein chineſiſcher Hengſt ſonderbarer Art, genannt Koulekan, iſt hier angekommen. Er iſt 35 Zoll hoch und 7 Fuß lang; die Länge ſei⸗ ner Veine beträgt 9 Zoll. Die Haut iſt geflekt, der Kopf ungeheuer groß, und die Geſchwindigkeit des Pferdes, troz der ſchwachen Beine, ſo außeror dentlich, daß ſein Eigenthümer, Herr Lalande, es bei den nächſten Wettren nen auf dem Marsfelde mit den be rühmteſten Rennern in die Wette lau⸗ fen laſſen will..

München. Der Mechaniker Herr Schmidbauer in Haunkenzell bei Strau bing, von deſſenmechaniſchem Kraft wagen ſchon mehrmals die Rede war, will nun längſtens bis 1. Auguſt d. J. mit dem 5 Tonnen ſchweren Wagen eine Chauſſee-Probefahrt mit 22 Schuh Geſchwindigkeit in einer Sekunde durch 40 Pfund urkräftlichen Bewegungsmo ments unternehmen. Die bewegende Kraft des Herrn Schmidbauer, welche die Dampfkraft erſezen ſoll, wird von ihm neuerlich nicht blos auf Wagen, ſondern, auch auf Schiffe, Maſchinen und Mühlen aller Art anwendbar er klärt. D.

Lokal⸗Zeitung.

Muſik. um dem allgemeinen Verlan gen mehrerer Freunde der höhern Geſangs kunſt zu entſprechen, wird die gefeierte Künſt lerin Fräulein Henriette Carl, konigl. ſpaniſche Hofſängerin, nächſten Sonnabend, den 3. Juni, Nachmittags 5 Uhr, ein großes Konzert im Redoutenſaale geben. Dieſes Konzert dürfte um ſo intereſſanter ſein, da Fr. Carl diesmal einige ganz neue, hier noch nie gehörte, aber anderorts die höchſte Senſation erregte Piecen vortragen wird. Folgende Nummern werden vorkommen: 1. Ouverture. 2. Große Arie ausAnna Bo lena v. Donizetti, vorgetragen von der Kon zertgeberin. 3. Konzert für das Piano von Kalkbrenner, geſpielt von Hrn. J. M. Tſukly.