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ſechs Tage; jezt fährt man in 20 Stunden von einem Orte zum andern. Von London nach Exeter fuhr man vor achtzig Jahren in vier zehn T a⸗ gen, jezt legt man dieſelbe Reiſe in zwanzig und wohl in 17 Stunden zurük. 25
Lokal⸗Zeitung.
Bindoc ci. Dieſer berühmte Improvi— ſator befindet ſich hier. Er gab am 23. d. M. eine Akademie im Redoutenſaale und über— raſchte das zwar kleine, aber ſehr gewählte Publikum. T.
Muſik. Am. 24. d. M. gab Hr. Louis Engel, Pianiſt aus Wien, ein zweites Konzert im Redoutenſaale. Er ließ ſich in zwei Piecen von Thalberg:„Deux airs russes varies““ und„Fantasie sur des motifs de l'opera les Huguenots“ hören. Der junge Künſtler be— währte ſich in beiden Stüken als befähigt, die ſchwierigen Kompoſitionen Thalbergs mit Er— folg auszuführen und da ſiegreich hervorzu— treten, wo Andere auf unüberwindliche Klip— pen ſtoßen. Kräftiger Anſchlag, Fertigkeit und Sicherheit ſind ihm eigen und er weiß auch mit ſeinem Spiele Eleganz und Aus⸗ drut zu verbinden. Wenn dieſer junge Pia— niſt ſchon jezt auf eine ſolche erfreuliche Stufe gelangte, ſo läßt ſich noch für die Zukunft die ſchönſte Erwartung hegen. Er erhielt ein⸗ ſtimmigen Beifall und ward gerufen.— Hr. Oberhoffer trug zwei Lieder vor:„der Ver— bannte“, Gedicht von Frau v. Remekhazy und„der Abend-Himmel“, Gedicht v. Zed— litz, beide in Muſit geſezt v. J. M. Tſutly. Die zarten, gemüthlichen und ſinnigen Dich⸗ tungen erhielten durch Hrn. Tſukly eine ent— ſprechende Kompoſition, in welcher Charak- ter, Melodie und Gefühl ſich ſo ſchön mit den Worten identiren. Hr. Oberhoffer ſang mit Virtuoſität.— Statt der angekündigten Dem. Heinefetter, die ſich unpäßlich melden ließ, ſang Hr. Kaler ein allerliebſtes Lied recht allerliebſt und entſchädigte uns vollkommen.
— Höchſt intereſſant war die Erſcheinung der Dem. Emilie Müller, vom k. ſt. Theater zu Ofen, die ein Gedicht von Nik. Lenau: „Miska“, deklamirte. Sie ward ausgezeich— net empfangen, und war auch das Gedicht etwas zu lang und nicht geeignet zur Dekla— mation aus Frauenmunde, ſo wußte ſie doch ſo viel Zauber und Anmuth hinein zu legen, daß ſie ſtürmiſchen Beifall erhielt und zwei—
mal gerufen wurde. Hag. Erinnerungs ball. Der durch
unvorhergeſehene Zufälle ſchon zweimal ver
eitelte Maskenball in den Redoutenſä— len, betitelt„Erinnerungdball an den Karneval 1837; wird nun doch ſtattfinden und zwar iſt der Sonntag am 4. Juni d. J. dazu einberäumt. Der Pächter der Redoutenſäle, Hr. Emmerling, wird nichts unterlaſſen, um dieſe Feſtlichkeit auf's Bril⸗ lanteſte auszuſtatten. Den zahlreich anweſen— den Fremden, da gerade Markt- und Wett— rennenzeit iſt, wird Gelegenheit geboten, dieſe herrlichen Lokalitäten in ihrer hoͤchſten Toi lette zu bewundern, da dieſe Prachtſäle wohl nur bei brillanter Beleuchtung und dem Ge— wuͤhle buntſchekiger, abenteuerlicher Masken ſich in ihrem vollen Glanz präſentiren u. ihrer Beſtimmung entſprechen. Auch harren die geſchmakvollen Irisfächer, worauf die Tanz ordnung verzeichnet iſt, ihrer ſchönen Abneh- merinen, da jede eintretende Dame ſolch ar⸗ tiges Angebinde erhält. Orcheſter(unter Hrn. Zöhlsy, Kredenz und alles uebrige ſollen be⸗ ſonders bedacht ſein. So erwarten wir denn ein hochſt in tereſſantes Feſt. 75
Modenbil d. Nr. 21. (Paris, 14. Mai). Kapote vons ge— ſtitter Tulle mit Roſen und Spizen geziert. Peignoir-Ueberrok von Organdie mit Gros de Naples gefüttert.
In dem lezten Schmetterling wird in einer Rote des Peſther Theaterberichts blos vermuthet, daß das geſchmatvolle Kleid, welches Dem. Rauch als Eudoxia keug, von dem bürg. Damenkleidermacher Hrn. Jof.
reund wäre; nun wird uns die Verſicherung mitgetheilt, daß dem wirklich ſo ſei.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. W.— Man pränumerirt im des Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſt
Auf Velinpapter mit erſten Kupferabdrilken Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb h und bei allen k. k. Poſlämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wleſen.


