Kunst, Eleganz und Mode.
Veßbuter Heeg g.
Verlegenheit und Hilfe). Ein Mährchen, durch einen geſellſchaftlichen Scherz entſtanden. Von Johann Grafen Mailäth.
Es war einmal eine Frau, die war ſo liebenswürdig, daß ſie wenige ihres Gleichen hatte, vielleicht gar keine. Sie überglänzte die anmuthigſte Umgebung, wie Gold die übrigen Metalle. Sie war auch ganz und gar dem Golde zu vergleichen: ihr Verſtand war eben ſo gediegen, ſo klar, ihr Ge— 5 müth eben ſo weich wie reines Gold; und wie dies Metall, ſelbſt in kleinen Gaben ausgetheilt, binreicht, die größten Erdengüter aufzuwiegen, ſo mußte, wer ihr nahte, ſein Beſtes aufbieten, um nur ihrem gewöhnlichen Sein gleich kommen zu können, und immer war es doch ſie, die den verſchöͤnernden Geiſt aus— ſandte, ſo ſehr ſich auch die andern mühten, wizig, gemüthlich oder liebenswürdig zu ſein. Sie war es, die das Silber vergoldete. Dieſe Frau nun hatte im Jahre 1825 am Weihnachtsabend einen Theil ihrer Freunde und Bekannten zu einem Chriſtbaum bei ſich verſammelt. Alle warteten der Dinge, die da kommen würden, denn das Zimmer, in welchem ſich der Chriſtbaum und die Gaben aufgeſtellt befanden, war noch geſchloſſen. Aber unter den Anweſenden war wohl kein Einziger, der ſich ſo lebhaft gefreut hätte, als einer von jener Zunft, die Herz und Schmerz, Jugend und Tugend, Freud und Leid, Salz und Schmalz auf einander reimen, nämlich ein Poet. Er hatte noch nie einen abe gatle denn in ſeinem Lande hat man ſie nicht. Er freute ſich
) Aus dem Morgenblatte, woſelbſt wir in einer Anmerkung leſen, daß dieſes Stük der von der J. G. Cotta'ſchen Buchhandlung angekündigten zweiten, ſtark vermehrten Auflage der„Magyariſchen Sagen, Mähr— 1— Erzählungen“ von Johann Grafen Malläth, einverleibt wer—
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