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merich, Mäller in Karlsruhe, Natorff und Komp. in Berlin 18, Ernſt, Goed— ſche, Groos in Karlsruhe, Herold, Heubner, Köhler in Stuttgart, Mitt— ler in Berlin, Neſtler und Melle, Schwetſchke u. Sohn, v. Seidel 17, Ebner in Ulm, Gyldendal in Kopen— bagen, Köhler in Leipzig, Puſtet in Paßau, Schutheß, Stahel, Otto Wi— gand in Leipzig 16, Campe in Nürn⸗ berg, Hoffmann in Stuttgart, Jaquet, Kummer in Leipzig, Mayer u. Komp., Ir. Perthes in Hamburg, Raw. Schulz u. Komp. 15; ferner 14 Buch⸗ handlungen, jede 14 Schriften; 7 Buch—⸗ handlungen, jede 15 Schriften; 18 Buchhandlungen, jede 12 Schriften.
Mignon⸗ Zeitung. Buntes aus Paris. Vor Allem ſcheint mir das Merkwürdigſte zu berichten, daß nach hier verbreite ten Nachrichten, denen ſogar der Stem— pel der Authentizität aufgedrükt wird, „der Räuber Schubri“ ſich in unſern ſüdlichen Provinzen gezeigt haben ſoll. (Was ſagen Sie in Peſth dazu?) Die Zeitung von Perigueux war die erſte, welche von ſeinem Daſein Kunde gab. Er ſoll durch jene Stadt nach Vor— deaux gereiſt ſein, um ſich in das Hauptquartier des Don Carlos zu be— geben, und demſelben ſeine Dienſte anzutragen. Er kam mit Extrapoſt an, in einem eleganten Wagen, der ein adeliges Wappen am Schlage zeigte. Es iſt ein junger, blonder Menſch mit blauen Augen und einem feinen Schnur— bärtchen; ſein Blik iſt geiſtreich, und der ſchöne Mund ſtets von einem ſar— doniſchen Lächeln umzogen. Den lin— ken Arm trug er in einer Schärpe, und ſein ganzes Weſen drükte einige Unruhe aus. Mit ihm war ein derber Geſelle von 40 bis 45 Jahren, der ei— nen ſtarken Schnurrbart trug, und
ſich für einen Doktor der Medizin aus⸗ gab. Ein Geiſtlicher, der ſich neben dem Zimmer befand, woſelbſt die Rei— ſenden zu Nacht ſpeiſten, und der zu— fällig deutſch verſtand, belauſchte ſo ihre Unterhaltung, und erfuhr, daß der junge Menſch die Nachricht von ſeinem Tode abſichtlich habe verbreiten laſſen, um ſicherer zu entkommen. Er hatte einige ſchwere Valiſen vom Wa— gen herunter nehmen laſſen, die ſo ſchwer waren, daß ſie nichts Anders als Gold enthalten konnten, und bei ſei— nem Gedeke befanden ſich zwei prächtig damaſzirte bierläufige Piſtolen, zu Jedermanns Verwunderung. Der Geiſt— liche, den dies Alles in nicht geringes Schreken verſezte, hörte mehrere Male deutlich den Namen Schubri ausſpre— chen. Mit den Wirthsleuten ſprach der junge Reiſende italieniſch, und beim Fortreiſen über gab er einem Manne, der ihm Nachrichten über Don Carlos mitgetheilt, einen werthvollen Ring, mit den Worten:„Nehmen Sie dies zum Andenken von Schubri, dem Un⸗ gar.“ Da man dort nie dieſen Namen gehört hatte, ſo verbreitete ſich erſt die Kunde von dem Vorgefallenen am andern Morgen, und als die Behör— den ſie erfuhren, hatten die Reiſenden bereits einen Vorſprung von vierzehn Stunden. Mittlerweile waren ſie ſchon von Bordeaux fortgereiſt. Die Sache iſt jedenfalls räthſelhaft; wer eigent—
lich unter dem Inkognito ſtekte, iſt
nicht zu ermitteln, eben ſo wenig, ob es irgend ein politiſcher Flüchtling war, oder blos eine Myſtifikation der franzöſiſchen Kleinſtädter. Der Vorfall macht jedoch in dieſem Augenblike viel von ſich reden, und ich möchte an eine müßige Erfindung, wie ſolche oft von unſern Journaliſten ausgehekt wird, nicht denken, ſondern bei der Mei— nung, daß hier eine wirkliche That⸗ ſache zu Grunde liegt, wenn es gleich


