Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
246
 
Einzelbild herunterladen

246

lieniſche von Regrelli überſezt, in wel⸗ chem der König indes Sängers Fluch ſehr ſonderbarer Weiſe zu einem Ba- ron degradirt wurde. X.

Muſik.

Arad. Die halbjährigen Prü fungen des Arader Muſik-Konſerva toriums, welche diesmal am 20., 21. und 22. März l. J. vor einem zahl⸗ reichen Publikum ſtatt fanden, zeigten im All gemeinen die neuerdings gemach ten Fortſchritte zur allſeitigen Zu friedenheit. Diesmal ſteht unſer würdige Profeſſor, Herr Georg Nova tſchek, mit den gründlichen Fortſchrit⸗ ten ſeiner Zöglinge, als Glanzpunkt obenan. Er hat gezeigt, daß Kennt⸗ niß ſeines Berufes und ausdauernde Geduld mit raſtloſem Eifer ſiegen muß.; ihm gebührt diesmal unſtreitig der Lorbeer! Unter ſeinen Zöglingen zeichneten ſich Weinberger auf dem Klarinett, Bartl und Stolzer auf der Flöte, Klein und Farkas auf dem Violoncell, ferner Fräulein Podhorßky, Dratſay und Cſiky auf der Guitarre, und Carl Vartſcht auf dem Horn vor zugsweiſe aus. Herr Franz Zenker, Direktor und Profeſſor des Piano und der Harmonielehre, gab bei der Prüfung aus dieſer Wiſſenſchaft aber mals Beweiſe ſeiner tiefen Kenntniſſe, und wir erſtaunen nur über die Art und Weiſe, wie Herr Zenker einen zwar überaus wichtigen, aber eben ſo trokenen Gegenſtand den Kindern ſo angenehm einzuprägen verſteht; des⸗ halb verſprechen wir uns in dieſem Ja che für die Folge auch viel Erfreuli⸗ ches. Mit den Planoforte-Schülern wollte es nicht ſo recht zuſammen ge hen, als in den vorigen Prüfungen, die Urſache können wir nicht leicht be⸗ greifen. Herr Johann Hendl, neu engagirter Profeſſor der Violine u. des

Geſanges, erwarb ſich durch das ſchul⸗ gerechte Spiel der Violinſpieler ver⸗ dienten Beifall. Aloys Steuer, Ju- lius Moldovän, Joſeph Peterka; von den Elementar-Schülern aber Albert Kän und Ignatz von Köver zeichneten ſich rühmlichſt aus, was dem Herrn Profeſſor zur beſondern Ehre gereicht! Unter den Geſang-Schülern thaten ſich Julie Klein und Amalie Kün, ſo wie immer, vorzugsweiſe hervor; ſie ſangen unter andern ein Duett aus die Stumme v. Portici ſo brav, daß es am andern Tag der Prüfung auf Verlangen wiederholt wurde. Regina Schwelntzer und Antonla Lukäeſy ſan⸗ gen ein Duettino ausMontechi e Capuletti ebenfalls ſo hübſch, daß es gleichfalls repetirt werden mußte. Ni⸗ na Tittl ſang eine Cavatine ausRo⸗ bert auch ſehr herzig. Der Trink⸗ chor ausRobert der Teufel mit Inſtrumental-Vegleitung wurde, mit großem Applaus, da capo verlangt! Fratres Sinc eri.

Mignon⸗Zeitung.

Augsburg. Das Augsburger Tagblatt berichtet:Man erzählt ſich dahier folgende Geſchichte. Eine hie ſige Weibsperſon ſuchte, da ſie hier, wo ſie in keinem guten Rufe ſtand, ihr Glük nicht machen konnte, ſolches in Wien. Sie wußte auch wirklich dort einen begüterten Privatier, unter der Vorgabe, daß ſie die Tochter aus einem der erſten hieſigen Gaſthöfe ſei und mehrere tauſend Gulden Heiraths gut bekomme, ſo anzukirren, daß er ihr Herz und Hand anbot, was ſie um ſo mehr annahm, als er ſein Verſpre⸗ chen mit Geſchenken von hohem Wer the begleitete. Jezt war es für ſie Zeit, ſich aus dem gewagten Spiele! zu zie⸗ hen, ſie wies daher einen Brief vor, laut deſſen ihre Heimkehr, häuslicher