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ſen, hat ſich wieder hier ergeben. Eine Frau, die einen Augenblik das Zim- mer verließ, um Waſſer zu holen, fand bei der Rükkehr ihren 20 Monat alten Knaben in Flammen ſtehen. Das arme Kind verſchied bald darauf unter furcht— baren Zukungen.— Der Maler Si— galon war von der franzöſiſchen Regie— rung nach Rom geſandt worden, um von Michel Angelo's„jüngſtem Ge— richt“ eine Kopie anzufertigen. Das 50 Fuß hohe und 40 Fuß breite Ge⸗ mälde iſt ſeit einiger Zeit in Toulon, und ſollte zur Pariſer Ausſtell ung kommen; allein kein Fuhrmann wollte den Transport übernehmen; die zulezt an Ort und Stelle abgeſendeten Un⸗ ternehmer von Frachtfuhrwerken ver— langen 15,000 Franks. Erſt vor kur— zer Zeit wurde eine ſolche Anſtalt, we— gen Beſchädigung eines Gemäldes auf dem Transport, zu ſtarkem Schaden- erſaz gerichtlich verurtheilt.— Die Trottoirs in den Straßen von Paris betragen jezt ungefähr eine Streke von 20 Stunden; die Gegenden aber, wo Trottoirs noch anzulegen ſind, würden in der Länge eine Ausdehnung von 100 Stunden haben.— Um„„die erſte Tän⸗ zerin in der Welt“, die Taglioni, haben ſich jezt mehrere Länder und ſelbſt zwei Erdtheile geſtritten. Lon⸗ don, Neapel, New-⸗York und Peters⸗ burg ſtanden zu gleicher Zeit in Un⸗ terhandlungen mit ihr, und Raßland trug endlich den Preis davon. Die Bedingungen ſind noch nicht genau be— kannt, aber glänzend gewiß. Der Kon— trakt lautet auf 7 Monate jedes Jah- res. London bot für drei Monate 150,000 Frks., Amerika wollte 550,000 Franks zahlen, aber Rußland muß
noch glänzendere Anerbietungen gemacht haben, denn mit dem nächſten 1. Ok- tober wird ſie in Petersburg tanzen. B. Brüſſel. Ein Gutsbeſizer in der Nähe von Brüſſel, der häufig von Dieben heimgeſucht wurde, fiel auf ein ſeltſames Mittel, dieſem Unfuge ein Ende zu machen. Er verſchaffte ſich von dem anatomiſchen Theater das Bein von einem Leichnam, befeſtigte daſſelbe in einer Falle in ſeinem Garten und ließ den Tag darauf in den Zeitun⸗ gen bekannt machen, derjenige, wel⸗ cher in einer der zahlreichen Fallen, die in ſeinem Garten aufgeſtellt wä⸗ reg, ein Bein verloren habe, könnte daſſelbe bei ihm in Empfang nehmen. Seit dieſer hat er nichts mehr von Dieben bemerkt.. Buntes aus London. Fol⸗ gende ſonderbare Annonce fand ſich kürz— lich in einer engliſchen Zeitſchrift:„In einer kränkllchen Familie wird ein nüch⸗ terner, geſezter Mann als Arzt, Wund⸗ arzt, Apotheker und Geburtshelfer ge⸗ braucht. Gelegentlich muß er die Ge⸗ ſchäfte eines Kellermeiſters verſehen und das Haar friſiren. Auch wird er bisweilen Gebete leſen, und jeden Sonntag predigen müſſen. Ein gutes Honorar u. ſ. w.“— Man hat die ſon⸗ derbare Bemerkung hinſichtlich der Grip—
pe gemacht, daß Geiſtesverwirrte von der Krankheit verſchoat blieben. In den Irrenhäuſern waren alle Beamten und Wächter erkrankt; von den Geiſtes⸗ verwirrten litt jedoch Keiner an dem Uebel. M.
Modenbild. Nr. 15. (Paris, 20. März). Neueſte
Frühlingsanzüge.
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 8 fl. Auf Velinpapter mit erſten Kupftrabdrilken
5 fl. und poftfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung,
außerhalb
des Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


