Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
192
 
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Familie iſt die Kunſt familkär; ſie iſt in den fremdeſten und neueſten Piecen zu Hauſe, harmoniren auf eine ſeltene Weiſe mit ein ander; der beſte Ton iſt das väterliche Erb theil der Kinder, find Muſter der Liebens würdigkeit und werden von Hoch und Nieder beklatſcht.

Erinner ungsball. Der ange⸗ kündigte Maskenball, den uns Hr. Emmerling am Oſtermontage im Redoutenſaale zudachte, mußte, nicht vorauszuſehender umſtände hal⸗ ber, verſchoben werden. Doch die Sache iſt damit nicht nur nicht aufgehoben, ſondern Hr. Emmerling wird die dadurch gewonnene Zeit zu benüzen wiſſen, um das Ballfeſt um ſo glänzender und entſprechender zu veranſtalten. Sonntag, der 9. April, iſt der nun beſtimmte Tag, an welchem unſerer tanz⸗ und vergnü⸗ gungsluſtigen Welt der ſo froh durchbrachte lezte Karneval in einer zweiten, möglichſt noch verbeſſerten Auflage, dargeboten wird. So viel wir hören, freut man ſich ſehr darauf, und man wird die Gelegenheit nicht vorüber⸗ gehen laſſen, ſich dieſe Freude zu realiſiren. Mu⸗ ſik und Arrangements werden keinen Wunſch zurük laſſen.(Bekannt iſt es bereits, daß jeder eintretenden Dame bei dieſem Balle ein niedlicher ſogenannter Iris fächer, wor⸗ auf die Tanzordnung, überreicht wird. Hr. Zöhls wird perſönlich die Muſik dirigiren, und vorzugsweise wird jene Tanzmuſik ausge⸗ führt werden, die bei der lezten Konverſa tion am 12. d. M., wobei an 1200 Perſonen anweſend waren, am meiſten gefiel.) F.

Erklärung. In Folge der lebhaften Akklamationen des vereh rungswürdigen Publikums im Ab⸗ ſchieds-Konzerte der beliebten, ver

dienſtvollen Mad. Mink, worunter auch

mein Name vernehmbar wurde, und vermuthen ließ, als denke ein hochver ehrtes Publikum, ich hätte Opfer ge ſcheut, ihm dieſen Liebling zu erhal⸗ ten, erkläre ich hiermit, daß ſo⸗ wohl Mad. Mink ſelbſt, als auch ihre

werthe Familie, mir das Zeugniß ge ben müſſen, daß ſie ohne mein Vor wiſſen mit der Direktion des k. k. Hof⸗ operntheaters in Wien einen einjähri⸗ gen Kontrakt abgeſchloſſen, und daß ich, nachdem ich hievon in Kenntniß geſezt wurde, Alles aufbot, ſie für mein Inſtitut zu erhalten. Einem gro ßen Theile des verehrungswürdigen Publikums iſt es bekannt, daß ich mich ſogar erboten habe, das in ihrem mit dem k. k. Hofoperntheater abgeſchloſ ſenen Kontrakte feſtgeſtellte Reugeld von 2000 fl. C. M. für ſie zu bezahlen; eben ſo, daß ich ihr überdies für die Dauer eines dreijährigen Kontraktes eine Ferienzeit von ſieben Monaten mit fortlaufender Gage bewilligte. Daß Mad. Mink während der Dauer mei⸗ ner Direktion beinahe das Doppelte ih⸗ rer früheren Gage genoß, iſt ohnedies allgemein bekannt. Troz meinen Aner- bietungen wünſchte Mad. Mink auf ein Jahr Peſth zu verlaſſen, und ſo muß ich ſie denn mit dem größten Be⸗ dauern, aber zugleich mit dem vollen BVewußtſein ſcheiden ſehen, daß ich um dem hochverehrten Publikum ein ſo beliebtes Operumitglied zu er⸗ halten Alles, und vielleicht mehr zu thun bereit war, als die Verhält⸗ niſſe und die pekunjären Kräfte mei⸗ nes Inſtitutes erlauben. Peſth, am 21. März 1837. Alexander Schmid, Direktor des k. ſt. Theateré.

Modenbild. Nr. 11. (Paris, 12. März). Konzert⸗ und Solreenanzüge. Koeffüre mit Blumen. Kreppkleid mit Tulle und Blumen

garnirt.

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freter Poſtzuſendung 5 fl. An 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumertet im Komm des Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſtb und

F Velinvapier mit exſten Kupferabdrülten iſſionsamt zu Ofen( Feſtung, außberbalb bei allen k. k. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.