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im Gefängniſſe, wo er eingeſchloſſen war, den Schnupftabak zu dem unge— heuern Preiſe von 6 Sous das Loth. verkaufe!.
Der Modenkurier.
(Paris, 5. März, 1837.)
„Die Mode kommt, die Mode geht, Die Mode weilet und beſtebt.“
1. Man gewahrt ſchon Vorbereitungen zu den Frühlingsmoden. Die Formen der Ka⸗ poten dürften keine Veränderung erleiden, und es iſt ſogar wahrſcheinlich, daß man je— ne von Atlas bis tief in die herannahende Saiſon tragen werde. Die Frauen werden nur ſehr ſchwer zu bewegen ſein, den wat⸗ tirten und piqueirten Kapoten, die jezt von der höchſten Eleganz ſind und die, geziert mit ihren leichten Marabouts und ihren ſchö— nen Blonde-Halbſchleiern, eine ſo grazibſe Koeffüre bilden, zu entſagen.
2. Viele Moden werden für Long— Champs(das zu Oſtern eröffnet wird) vor— bereitet, wobei Stikereien eine bedeutende Rolle haben. Wir haben einige Kapoten von geſtikter Tulle geſehen.
3. Was die Fagon der Kleider betrifft, iſt es zur Zeit noch unmöglich eine beſtimmte Andeutung zu geben. Indeß iſt für gewiß an⸗ zunehmen, daß die flachen Aermel fortfahren werden, den erſten Plaz zu behaupten, und daß einige Modifikationen nur in den Details ſtattfinden dürften. Die Röke werden ferner von einer außerordentlichen Weite ſein.
4. Zum Puze tragt man fortwährend Kleider, die vorne offen ſind, und ein Unter—
kleid von Seidenſtoff mit einer hohen Spi⸗
zen⸗ oder Blondefalbe garnirt ſehen laſſen. Zu Stoffkleidern macht man faſt immer Aer— mel, die bis zum Ellenbogen hinabgehen, und mit hohen Manchetten, die mit Schleifen be⸗ feſtigt werden; der Leib iſt flach und geſpizt. Bei Kleidern von leichten Stoffen, wie 3. B. von Gaze, Krepp oder Tulle, ſind die Aer—
mel gewöhnlich halbbauſchig, oder ſo überla⸗ den mit Verzierungen, daß ihre Naktheit unter den Schleifen, Schlizen, Ruchen, Blumenbouquets, mit welchen ſie bedekt ſind, ganz verſchwinden. Der Leib dieſer leztern Kleider iſt drapirt oder mit Blonde-Man— tillen geziert.
5. Auf Bällen und Soireen trägt man die Haare mehr als je à la sévigns. Aber in der Stadt, unter Hüten, ſind die Bandeaus(glatte Haare) ſehr im Schwunge.
6. Man tragt immer Mantelets von Sammet und wattirtem Atlas, was aber nicht verhindert, daß die Cachemir-Shawls mehr als je zum Vorſchein kommen; wir konnen ſogar verſichern, daß ſie, wegen ihres hohen Preiſes, die Damen der höͤchſten Eleganz vorziehen.
7. Es iſt bemerkenswerth, daß man zu Ende dieſes Winters Perlen, Blumen und Ma⸗ rabouts gemeinſchaftlich zur Garnirung der Toiletten verwendet.
8. Die modernſten Schürzen ſind von ſchwarzem Sammet oder Atlas, unten mit einer hohen ſchwarzen Spize oder einer far bigen Seidenſtikerei geziert.
9. Man verfertigt lange und kurze Fauſthandſchuhe(ohne Finger) von ſchwar⸗ zem Sammet, welche einen ſehr ſchönen Ef— fekt hervorbringen, und zum Arm und zur Hand ſehr gut ſtehen.
Modenbil d. Nr. 11.
(Paris, 1. März.). 1. Hut von ge⸗ köpertem Sammet. Kleid v. grauem Moire. Fichu à la paysanne von Atlas mit ſchwar— zen Spizen eingefaßt.— 2. Hut von Sam— met mit einer braunen Paradiesvogelfeder geziert. Kleid von chinirtem Atlas mit ro— then Blumen brochirt. Schleifen, Bindchen und Mantille von ſchwarzem Sammet.(Hr: Mündſzenty, bürg. Damenkleidermacher in Peſth(gr. Brükengaſſe, 634) verfertigt be⸗ reits elegante Frühlingskleider nach den neue ſten Muſtern, die wir mit vollem Rechte em⸗ pfehlen können.)
Halbjähriger Preis 4 fl., mit 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.
des Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kuuſthandlung zu Pefih und
freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kurftrabdrilten — Man präuumerert im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb
bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wleſen.


