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Nachbarin, die er beſchuldigte, den Stall behext zu haben. Unterdeſſen wurde die alte Frau krank, und der Bäker zeigte öffentlich an, er habe den Böſen aus ſeiner Nachbarin gebannt, deren Krankheit nur die Folge der Anſtrengungen ſei, welche Satan ma— che, um aus ihrem Körper heraus zu— kommen. Die Zauberinen unſerer Tage wollen ſich dieſe Benennung und Ve— ſchuldigung nicht gefallen laſſen; die alte Nachbarin des Bäkers klagte die⸗ ſen deshalb bei dem Oerichte der Ver—
läumdung an. Jezt ſchwebt der Pro—
zeß noch, und der arme Väker dürfte ſeine unklugen Worte wohl bereuen müſſen, wenn es ihm nicht gelingt, zu beweiſen, daß die Klägerin wirklich von dem Böſen beſeſſen ſei, was ſchwer zu ermitteln ſein wird. B.
Berlin. Jemand, der in ei⸗ nem Kaffe hauſe Kaffe trank, äußerte, daß es Unrecht ſei, nur fünf ſo kleine Stükchen Zuker zu einer Taſſe zu ge⸗ ben, und fügte hinzu: Anderswo er— hält man acht große!—„Acht jroße?““ entgegnete der Kaffeſieder, indem er vor— nehm den Kopf zurükwarf,„mit ſolche Charlatanerie jeb' ich mir nich ab.“ D.
Local-Zeitung.
Vieuxtemps. Das Konzert, wel⸗
ches der junge Künſtler, am 7. d. M. zum Vortheile der Fonds des Peſther Frauenver— eins und des Blinden-Inſtitutes im großen Redoutenſaale gab, zog wieder ein ſehr gro— ßes und kunſtgebildetes Publikum an. Die Leiſtung des Künſtlers war feinen frühern
ordentliche. Wir hörten unter Andern von ihm die ſogenannte,, Teufels-Sonate“ Tartinis. Wenn es wahr iſt, daß der Gottſelbeiuns dieſe Kompoſition im Traume diktirte, ſo müſ— ſen auch die Engel des Himmels dem wachen— den Kompoſiteur beigeſtanden haben; denn ſo ſeelenvoll, ſo innig und rührend kann Sata— nas nicht empfinden. Wenigſtens ſagt uns. dies das meiſterliche, wunderſam ergreifende Spiel Vieurtemps. Mad. Mink hatte die Singſtimme der Sonate und—„fürwahr eln köſtlicher Genuß!“ Es lag die baarſte Wahr— heit in dieſen Worten.— Ein eigends zu die— ſem Konzerte gedichteter Prolog, trefflich ge— ſprochen von Mad. Kalis-Padjera, hat poe— tiſchen Werth. Hr. Oberhoffer ſang eine Roſ— ſiniſche Arie mit allem Eklat ſeiner gebildeten Stimme. Die zehnjährige Gabriele Taborsky (Schülerin des rühmlichſt bekannten Herrn Bräuer) ſpielte ein Rondo von Kalkbrenner für das Piano diesmal muthig und herzhaft zu Ende und bewährte eine für ihr Alter er— ſtaunenswürdige Fertigkeit.— Die Ouverture von Beethoven ward gut ausgefuhrt.(Vieux— temps zweites Konzert im Theater(am 9. d. M.) veranlaßte wieder ein urermeßlich vol— les Haus.) Hag.
Konzert. Heute gibt die Familie Mulder aus Amſterdam ein Konzert im Re— doutenſaale, wobei wir vorzüglich auf eine neue werthvolle Kompoſition des jungen ta⸗ lentvollen Richard Mulder:„Erinnerung an Peſth“ aufmerkſam machen.
Konverſation. Die bereits erwähn⸗ te Tanzmuſik-unterhaltung, die He. Emmer— ling und Hr. Muſikdirektor Zohls, unter dem Titel:„Walzer- und Galopp-Konverſation“ veranſtalten, findet Morgen im großen Re— doutenſaale Statt. Eine ſtarke Frequenz iſt zu erwarten. b
Modenbild. Nr. 10.
(Paris, 25. Febr.). 1. Tunique von geſtiktem Krepp. Unterkleid mit Marabouts garnirt.— 2. Kleid von Damasquin Pele
vollkommen angemeſſen: ſie ging ins Außer—
rine von weißem Atlas.
Halblähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinvapier 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. N.— Man pränumerirt im Kommetſſtonsamt zu
mit erſten Kupferabdrilken Ofen(Feſtung, autzerbalb
des Waſſerthors), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Ve
rleger Franz Wieſen.


