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Stettin. In einem hieſigen Blatte ließ man folgende(wörtlich abgedrukte) Empfehlung eines neu etablirten Kaffehauſes:„Die Freunde eines ſoliden Kaffehauſes lade ich hier⸗ mit ergebenſt ein, ein dito in gehöri⸗ gen Gang zu bringen tüchtig zu ta— deln, wo zu tadeln nöthig iſt, und den Inhaber zu loben, wo zu loben iſt. Die hochverehrten Hausfrauen bitte ich ganz gehorſamſt, ſich die häus liche Laſt vom Halſe zu wälzen undl dem ge— liebten Manne fleißig den Beſuch des Caſé national anzuempfehlen, weil ſie überzeugt ſein können, daß er in gu⸗ ter Geſellſchaft ſich befindet, und Sie ſich dadurch ein unſterbliches Verdienſt für die Männerwelt bereiten. Gerike, Caſc national, Kohlmarkt.“ G.
Brüſſel. Am 5. Februar wurde hier ein prächtiger Maskenball bei Hofe gegeben, bei welchem die Einge⸗ ladenen in Anzügen des Mittelalters erſchienen. Die Königin der Belgier war z. B. als Maria von Burgund, die Gräfin Aremberg als Dame des 13ten Jahrhunderts nach einem Fami⸗ liengemälde gekleidet. Der Glanz des Balles übertraf Alles, was am belgi— ſchen Hofe bis jezt an Pracht geſehen worden war. D.
Cocal-Zeitung.
Muſik. Vieuxtemps zweites Konzert, am 21. d. M., zog abermals ein außeror⸗ dentlich zahlreiches Publikum an, ein Beweis, daß einem unbeſtreitbaren Talente die Aner⸗ kennung nicht entgehen kann.— Der junge Künſtler ſpielte diesmal ein Konzertſtütk von Mayſeder, welches für ihn keine Schwierig- teit, keine Härte, keine undankbare Stelle enthielt, die er nicht ſiegreich überſchritt,
glättete und mit Reiz übergoß— ſo ſehr auch
Andere, ſelbſt Künſtler von Rufe, darin ſchon
geſcheitert ſein mochten.— In der Polonalſe für Piano und Violin von Chopin, geſpielt von unſerm Künſtler und Frau v. Bräuer, hatte zwar die Violine eine untergeordnete Stellung, aber nichts deſto weniger blizten aus dem Wenigen die Funken der Meiſter⸗ ſchaft hervor.— Aber im hochſten Grade uberraſchend war der Vortrag der Beriot'ſchen Variationen über ein Tyrolerlied, die Vicux⸗ temps am Schluſſe mit ſolchem Zauber und ſolcher unvergleichlichen Vollendung ausführte, daß das ganze Auditorium in freudiges Er⸗ ſtaunen ausbrach. Dieſes ſchoͤne und dank⸗ bare Mufikſtük ward hier ſchon ſo oft produ⸗ zirt, drang aber nie in allen ſeinen Theilen ſo zu Herzen und brachte nie eine ſolche gerundete melodiſche Wirkung hervor. Das Publikum nahm dieſe Leiſtung mit großem Beifalle auf— Die herrliche Ouverture von Mozart ward ſehr gut exekutict. Frau v. Bräuer erregte in ihrem Theil auf dem Plano in oben erwähnter Polonatſe die gerechte Be⸗ wunderung. Dieſe Klavierſpielerin hat ſich bereits aus dem Kreiſe“ der Dilettantinen zur ausgezeichneten Künſtlerin erhoben. Einf
rer Anſchlag, Reinheit der Töne, ungemeine Fertigkeit und Ausdruk im Vortrage ſind ihr eigen und verſchafften ihr gerechten Applaus · — Mad. Mint und He. Oberhoffer fangen ein Duett aus„Semiramis“, das zwar trefflich vorgetragen wurde, aber für ein Konzertſtüt zu gedehnt war.— Mad. Kalls- Padiera deklamirte eine Ballade v. Uhland mit einem ſchöͤnen Pathos und begeiſt, Empfindung.— Morgen, Sonntag den 26. Febr., findet Vicuxtemps drittes Konzert im Redoutenſaale ſtatt. 25
Modenbil d. Nr. 8.
(Aus Paris, 12. Feb.). Reue ſter Promenadenanzug. Doullette-Ka⸗ pote von Atlas, wattlrt.— Doullette ueber ⸗ rot von veloutirtem Allas.— Auf dem Li- ſche iſt die Form des Hutes von der Rukſelte
zu ſehen.
Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 4.
Halblähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtiuſendung 5 fl. — Man bränumerirt im Kemmiſſtientamt zu
5 fl. und poſtfrei 8 fl. C. M.
des Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und
Auf Belinracler mit erſten Karferabdrftten Ofen(Feſtung, au berha lb bel alen f. k. Poeflamtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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