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Hr. Berg und Mad. Deny gaben das Ebepaar Galotti ſehr beftiedigend,
Hr. Henſel den Prinzen genügend; der Marinelli aber erfordert einen tüchti— gen Intriganten.—„Iſidor und Ol⸗ ga“ ſoll ebenfalls eine gerundete Dar— ſtellung geweſen ſein. Ref. aber kann darüber, ſo wie über Hedwig(die ei— ne treffliche Leiſtung der Mad. Kalis geweſen ſein ſoll) nichts ſagen, da ihm an dieſen Abenden Mad. Grippe ein anderes Schauſpiel voll phantaſti⸗ ſcher Geſtalten vor Augen brachte.— Ueber die liebliche Oper„Leſtocq“, die geſtern zur erſten Darſtellung kam und gefiel, nächſtens. M.
Mignon Zeitung.
Komorn. Hier wird dieſes Frühjahr der Bau eines neuen Gefäng— niſſes begonnen werden, das ganz nach dem Muſter der Strafanſtalten zu Kentuky in den Vereinigten Staaten v. Nordamerika eingerichtet werden wird. Die Sträflinge werden daſelbſt noch einem ganz neuen Syſtem behan— delt werden: Einſamkeit, Stillſchwei⸗ gen und Beſchäftigung bilden darin die Hauptmomente. D.
Weimar. Das Schik ſal, wel— ches die großen Looſe der Lotterieen ſehr oft in unrechte, das heißt in wohl- habende Hände kommen läßt, iſt einmal gerecht geweſen; denn der größte Ge— winn von 20,000 Thalern in der Wei⸗ marer Lotterie iſt an acht Theilneh— mer gekommen, welche nicht in bemit— telten Umſtänden ſich befinden. Unter dieſen wurde eine Wittwe mit 5 Kin— dern mit dem vierten Theile erfreut, deren Mann eben am Nervenfieber ge— ſtorben war. 175
Athen. Hier erſcheinen jezt 19 Zeitblätter, deren Abonnenten ſich bei dem am meiſten geleſenen auf 875,
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bei dem. geſuchten auf 12 belaufen. In griechiſcher Sprache er- ſcheinen 14, in franzöſiſcher und grie—⸗ chiſcher 3, in deutſcher und griechi—⸗ ſcher 1 und in deutſcher auch 1. Doch iſt das am meiſten, wie das am wenig- ſten geleſene Blatt in brbechtſcher Sprache geſchrieben. B. New⸗MYork. Dle Mäßigkeits⸗ Geſellſchaften in Nord-Amerika gehen in's Unmäßige mit ihren Forderungen, wahrſcheinlich um zu beweiſen, daß der Menſch nichts thun kann ohne zu über treiben. Eine davon, die als Mäßig— keits⸗Geſellſchaft allerlei dumme Strei- che zu Tage fördert, verbietet unter Anderem die kräftigen Suppen, weil ſie, wenn auch nur in geringerem Gra— de, wie überreizende Getränke wirken; ſerner Aepfel und Nüſſe, den derglei— chen erzeuge die Auszehrung, u. ſämmt⸗ liche Gewürze, die als ganz Unnüzes zu betrachten ſeien. Wahrſcheinlich wird man nächſtens, mit der Homöopathie im Bunde, der Natur einen Prozeß machen, daß ſie dergleichen Gewächs hervorbringt. 2 Buntes aus Paris.
land, von dem ein Engländer das Saa— menkorn zu 1 Frks. in Varis verkauf⸗ te, iſt nichts als gewöhnlicher Kohl. Dem Engländer hatte dieſe Spekula— tion 500,000 Franks eingetragen.— Während bei den Pariſer Kunſtausſtel— lungen von 1855 und 1836 die Zahl der Gemälde ſo groß war, daß viele zurükgewieſen werden mußten, haben ſich für dieſes Jahr nur wenige einge— ſtellt. Es heißt ſogar, die Ausſtellung ſolle verſchoben werden, um den an der Grippe erkrankten Künſtlern zur Voll— endung ihrer Gemälde Zeit zu laſſen. — Es beſtätigt ſich nicht, daß das Schloß Ferney von ſeinem Eigent hü— mer, Herrn v. Büde, in eine Fabrik verwandelt worden ſei; das Schlafzim—⸗
Der angebliche Rieſenkohl aus Neu-See—


