Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
113
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Lebuler Saß a 5

15. Sonnabend, 22. Februar. 1837.

Der Anis an derer,

(Fortſezung.)

Ich raffte mich auf, eilte zu Emma hin; Waſſer aus einer nahen Quelle brachte ſie bald zum Leben. Sie war unbeſchädigt entflohen und vor Erſchö⸗ pfung und Schreken niedergeſunken. Ihr Vater war durch einen Flintenſchuß, jedoch nicht gefährlich verwundet worden. Er wurde nach meines Vaters Hütte gebracht und, wie ich wohl nicht zu ſagen brauche, mit der aufmerk ſamſten Sorgfalt gepflegt. Während ſich ein enges Freundſchaftsverhältniß zwiſchen den Vätern geſtaltete, war ein Bund anderer Art unwiderruflich zwiſchen ihren Kindern geſchloſſen worden. Die Tage flohen wir zählten ihre Eile nicht; denn für uns waren, Mond, Sterne, die Jahreszeiten keine Erinnerungs- zeichen, keine Mahnerſcheinungen mehr.

Die Zeit unſerer Vereinigung wurde feſtgeſezt. Unſere Väter wollten ſich nicht trennen, bis ſie ſtattgefunden habe. Die weite Erde vermochte keine lachendere Ausſichten auf reiches Glük zu bieten, als die unſeren waren.

Ein Wilder, den wir immer für freundlichgeſinnt gehalten und der uns oft Wild zum Kaufe brachte, kam eines Abends in unſere Wohnung, wo ge rade eine Anzahl unſerer Nachbarn zu geſelligem Beſuche bei uns verſammelt war. Er bat meinem Vater, ihm Jemand mitzugeben, der ihm einen gewal tigen Damhiſch, den er nicht weit vom Hauſe erlegt habe, hereinbringen helfe. Begierig das gerühmte Wild zu ſehen, machte ſich die Mehrzahl der männlichen Gäſte, und ich mit ihnen auf und hinaus nach der Stelle, die der treuloſe Wilde bezeichnet hatte. Da aber brachen plözlich aus einem Hin terhalte feindliche Indianer zwiſchen uns und dem Hauſe hervor. Das Schlacht geheul der Wilden, das Todesſtöhnen unſerer Nachbarn, der ſchmetternde Knall der Feuergewehre tönt mir noch in den Ohren, wenn ich der Vergangenheit gedenke. Ein Flintenſchuß warf mich mit betäubender Gewalt, entfernt von