Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
110
 
Einzelbild herunterladen

11⁰

während e Vorſtädte nahm, und

das andere durch en ſeinen vernichtenden erſt auf der ſogenannten Landſtraße ein Ziel fand. Der Karneval, welcher einen ſehr ſtillen Anfang genommen, hatte ſich nun gleichſam mit der Raſerei einer verhaltenen Begierde entfeſſelt, und die öffentlichen Tanzſäle wimmeln von ae tragiſche Szenen bot die luſtige Zeit. Ein Mädchen fährt mit ihrem Geliebten nach dem Ballſaale zur Birne, ſie will beim Scheine der Thorbeleuchtung ihre Fri⸗ ſur in einem kleinen Spiegel an der Vorderſeite des Wagenkaſtens beſehen, der Fiaker macht plözlich Halt, und das Mädchen fährt mit dem Kopfe durch die Wagenfenſter, die ihr Geſicht und Hals dergeſtalt zerſchneiden, daß die Unglükliche in wenigen Tagen darauf

ibren Geiſt gufgibt. Es war in frü⸗ hern Ballunternehmungen Mode, daß die Damen durch Looſe

Gewint erhletten; die Lotteriedirek⸗ tion hat jedoch Verbot gegen dieſes Spiel eingelegt, und die Wirthe wei⸗ chen nun dem Verbote damit aus, daß ſie den Damen Blumen beim Eintritt überreichen, die ſtatt Nummern die Gewinnſte bezeichnen. Beim Sperl fanden ſogenannte Champagnerbälle Statt, wobei Göttin Fortuna, als Spenderin, fleißig die knallenden Stöp⸗ fel ſpringen läßt. Korreſp. Buntes aus London. Der Aufſeher des Fiſchmarktes in London hatte einen armen Neger, Tom Crow, arretiren und vor die Polizei bringen laſſen, weil derſelbe zwei Sohlen (Seeſiſche) geſtohlen haben ſollte. Nach der That war der Neger entflohen, hatte ſich in einem Boote auf der Themſe verſtekt, war aber hier ent⸗ dekt worden, und man fand die beiden Fiſche in einer Taſche ſeiner Bein⸗ kleider. Tom Crow läugnete, die Fi⸗

ſche geſtohlen zu haben, uad erklärte ſeine ſchnelle Flucht auf ganz origtnelle Weiſe.Ich lief blos deshalb ſo ſchnell, ſagte er,um mich recht beiß zu ma⸗ chen, ſo daß die Fiſche an meinem Leibe gar würden. Als man mich feſt⸗ nahm, hatte ich mich eben geſezt', um ſie zu verzehren, denn ſie waren eben gut. Die Ausflucht half nichts, und der Neger mußte einen Monat in die Tretmühle wandern. Wenn der gün ſtige Leſer etwas Rechtes vor ſich brin⸗ gen will, ſo mag er flugs Tanzſtun⸗ den nehmen. Die Tänzerin Taglioni iſt nach London berufen, um dort die 5 Monate Januar bis März für die Summe von 6000 Pfund Sterling (60,000 Gulden) ihre Sprünge zu machen. Von da beſucht ſie die andern großen Städte Englands, gebt dann nach Rußland, von da nach Amerika und wenn dann die Million voll iſt, ruht ſie 3 Jahre aus und ertanzt ſich dann neue Berge Goldes.

Buntes aus Parke. An 500,000 Perſonen, d h. mehr als die Hälfte aller Einwohner der Hauptſtadt, ſind von der Grippe befallen worden. Man hat noch keinen traurigeren Win⸗ ter geſehen; viele Bälle ſind abgeſagt. Herr Scribe iſt, erſt 45 Jahre alt, Verfaſſer von 350 Theaterſtüken, wo⸗ von 280 Beifall gefunden haben. Im Jahr 1833 bezog dieſer Dichter 148,000 Franks für die Darſtellung ſeiner Stüke. 8.

Local-Zeitung.

Bieuxtemps. Die Erſchelnung die⸗ ſes außerordentlichen Talentes macht Epoche in unſerer muſikaliſchen Welt. Es gleicht ei⸗ nem prachtvollen Meteore, das einen herell⸗ chen Lichtglanz verbreitet, und nicht leicht eine periodiſche Wiederkehr hoffen läßt. Den Eindruk, den Vleuxtemps zurükläßt, iſt ein unbegränztes Staunen, aber ein Staunen,