piegel Kunst, n und Mode.
Vebuler Habeg auνꝗã.
13. Mittwoch, 15. Februar. 5 1837.
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(Aus dem Pariſer Figaro.)
In der guten alten Zeit waren die Stöke wie die Perüken eine der Prä— rogativen der alten Leute. Die alten Advokaten, die alten Pfarrer, die alten Aerzte, die alten Philoſophen, die alten Marquis trugen Stöke, oder wurden vielmehr von Stöken mit goldnem Knopf und ledernen Quaſten getragen.
Damals war der Stok der Begleiter des Podagra und des Rheumatis⸗ mus. Heutzutage iſt es ein Modeartikel, den man braucht, um ſich und vor— züglich Andere am Gehen zu hindern.
Seitdem man in Berſen und in Proſa ſagt:„Man iſt mit zwanzig Jahren alt“, antwortete die Jugend:„Iſt man alt, gut, ſo wollen wir Stöke und Perrüken“, und ſeitdem ſtüzt ſie ſich auf ſpaniſchen Röhren und ſucht unter falſchen Toupets Schuz.
Und doch ſcheint uns der Stok als ein Luxusgegenſtand eine der ent⸗ behrlichſten und beſchwerlichſten Ueberflüſſigkeiten zu ſein, die man noch er⸗ funden hat.
Zuerſt ſei der Gedanke fern von uns, daß irgend Jemand einen verbo— tenen Stok trage, dieſe Verirrung würde den Eigenthümer mit den Gefezen in Kolliſton bringen, und ihm Geld koſten. Nein, wir ſprechen von dem un— ſchuldigen und erlaubten Stok von Bambusrohr, Eichen-, Eben- oder ſonſti⸗ gem Holz; auf Namen und Farbe kommt dabei nichts an.
Falſche Freunde werden ſagen: daß iſt ein niedlicher, ein hübſcher Stok, und im vollen Triumphe erlaubt man ſich ihn auf bem Pflaſter ertönen zu laſſen, oder man wirft ihn in einem Augenblike künſtleriſcher Exaltation in die Luft, oder macht nach ene der Jongleurs eine Windmühle.


