Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
78
 
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Ansichten. Urtheile. BGegebnisse.

Theater.

Dresden. Im Februar ver⸗

läßt uns die Schröder-Devrient. Der Verluſt iſt groß für unſere Oper, ob der Gewinn für ſie(die Schröder) ebenfalls groß ſein wird, muß dle Zeit lehren, ich glaube kaum, denn die Zeit iſt keiner Sängerin(die über eine gewiſſe Zeit hinaus iſt) hold. So viel kann ich Ihnen indeß jezt ſchon ſagen: daß die lezte Leiſtung der Schröder Devrient als Donng Anna, imDon Giovanni, eine total miß⸗ lungene war, und wenn einige ver⸗ liebte Geken im Parterre ſie troz dem applaudirten, ſo kann man freilich nichts thun, als über eine ſolche gaͤnz⸗ liche Unkenntniß, was Recht und Schlecht iſt, mitleidig die Achſeln zuken. J. K.

Mignon Zeitung.

Buntes aus London. Engl. Bl. enthalten die Anz. einer Verſteigerung ſeltener und koſtbarer Diamanten, die amdritten Donnerſtage des Juli 1857 Din London verſteigert werden ſollen. Acht Stük davon gehören zur Beute, welche die vereinigten Armeen unter den Befehlen des verſtorbenen Generals, Marquis v. Haſtings, in Decan gemacht haben, wovon der koſt barſte der Naſſuck-Diamant, vom rein⸗ ſten Waſſer, 3577 Gran wiegt. Zu gleicher Zeit werden die ſogenannten Arcot-Juwelen verſteigert, welche frü⸗ her der Königin Charlotte gehörten, worunter ſich ein Roſadlamant von 65 Gran befindet, der dem Sultan Selim gehörte; ein kugelförmiger Diamant

orden Ludwigs XVI.; ein anderer von 108 Gran, der früher im Beſize von Joſeph Napoleon war; Brillant-Pande⸗ loques von 1003 Gran, die der un⸗ glüklichen Marie Antoinette ange hört hatten. Ferner kommen vor: ein Sa⸗ phir von 753 Karat, Smaragd⸗Obr⸗ ringe von 77 Karat, ein Paar Bril- lant⸗Ohrringe von 2233 Gran, ein runder Brillant von 1255 Gran, ein türkiſcher Dolch mit Diamanten und Edelſteinen beſezt und einem großen Smaragd als Knopf u. ſ. w. Drei Wochen vor der Verſteigerung ſind dleſe Edelſteine an beſtimmten Tagen mit Einlaßkarten bei Nundell Bridge und Komp. in London zu ſehen. Die In- fluenza herrſcht hier, ſo wie in Edin burgh u. andern Orten, ſo ſtark, daß faſt kein Haus davon frei iſt. Auch in Glas gow ſind viele Läden deshalb geſchloſ ſen. Die Symptome der Krankheit ſind zwar nicht ſehr bedenklich; aber Alle, welche an der Lunge leiden, ſind beſonderer Gefahr ausgeſezt. Außer den Militärhoſpitälern von Greenwich und Chelſea] griff die Krank heit außeror⸗ dentlich ſchnell in den Londoner Kaſer nen um ſich. In den öffentlichen Aem⸗ tern war der größere Theil der Beam ten krank. Die Zahl der Todesfälle war am 16. Januar ſo groß, wie in den ſtärkſten Cholerazeiten(4832 und 1854); indeſſen bemerkt man, daß die Perſonen, welche damals die Cholera hatten, von der Grippe verſchont blieben. F.

Lyon. Vor einiger Zeit ereignete ſich hier ein merkwürdl ger Fall. Ein Mann, der in der ober ſten Etage eines zweiſtökigen Hauſes wohnt, kam einmal um Mitternacht nach Hauſe. Er gelangt hinauf, beſizt

von 603 Gran, aus dem heiligen Geiſt die Ueberlegung, ſogleich ſelnen Schlüſ