Kunst, Eleganz und Mode.
Lebiler Haheg aιꝗ.
10. Sonnabend, 4. Februar. 1837.
Der ungariſche Diogenes zu Paris.
Am 22. Dez. 1836 ſtarb zu Paris durch einen Anglüksfall der gelehrte ungariſche Sonderling, von den Pariſern gewöhnlich der ungariſche Dio— genes(von dem Pariſer Pöbel aber„der Wilde vom alten Zeughauſe““) ge— nannt, Mandely, deſſen Namen die Franzoſen und Engländer Mentel i ſchrieben, einige fünfzig Jahre alt. Er ging, wie gewöhnlich, mit zwei Krü— gen an die Seine, um ſie mit Waſſer für ſeinen Trink bedarf zu füllen, ſtüzte ſich dabei an einen nicht befeſtigten Kahn, der aber vom Ufer wich, worauf der Unglükliche in den Wogen verſchwand. Von 1824 bis 1826 las man über ihn in franzöſiſchen und engliſchen Blättern verſchiedene intereſſante Berichte in welchen er gleichfalls ein Ungar genannt wird, und dann ſtattete Herr von Theſchedik, der ihn in Paris beſuchte und mit ihm franzöſiſch, deutſch und magyariſch ſprach, im Tudomänyos Gyüjtemény und in ſeiner in magya⸗ riſcher Sprache erſchienenen Reiſe durch Frankreich, einen ausführlichen, ſehr intereſſanten Bericht ab. Mandely verließ, wie er Hrn. v. Theſchedik verſt— cherte, ſein Vaterland Ungarn in früher Jugend und wußte ſich nicht mehr auf ſeinen Geburtsort zu erinnern). Nach ſeinem Tode ſezte ihm der fran— zöſiſche Schriftſteller Charles Nodier, der ihn perſönlich kannte und mit ihm eine Zeit lang zugleich in dem alten Zeughaus wohnte, durch eine kurze biographiſche Skizze und die Anzeige ſeines Todes, ein kleines Monument.— Mandely war einer der größten Philologen unſerer Zeit, der vielleicht den bekannten Abbé Mezzoſante in Rom übertraf(Mezzofante, der auch maghariſch verſteht, wurde zum auswärtigen Ehrenmitglied der magyariſchen gelehrten
) Hr. v. Theſchedik muthmaßte, der ungariſche Sonderling Mandel y in Paris ſei ein in Ungarn geborner Jude, weil er(Hr. von Th.), als er in Preßburg ſtudirte, mit Juden bekannt wurde die Mandel hießen. Ich kenne aber auch Chriſten dieſes Namens in Ungarn. Ry.


