Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
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don den übrigen das geleſenſte(Jour⸗ nal des Debats) in den Provinzen nur 5265, das geringſte(die miniſterielle Charte von 1850) gar nur 330 Exem⸗ plare abſezt. Die franzöſiſche Re gierung unterhandelt mit der ſpaniſchen über einen Austauſch von Gemälden beider Schulen. Die Franzoſen wollen für Velasquez und Murillos Gemälde franzöſiſche Meiſter geben, an denen das ſpaniſche Muſeum ſehr arm iſt. Die neulich erwähnte neue Oper Au⸗ ber's:die Geſandtin, ſpielt in Ber⸗ lin. Die Heldin des Stükes iſt die ſchöne Henriette, eine Sängerin. Ein Geſandter liebt ſie und macht ihr ei nen ehelichen Heirathsantrag. Als aber die Sache zur Entſcheidung kommen ſoll, verzichten Veide auf das eheliche Glük. Im lezten Akte des Stükes wird auf der Bühne das Innere des Berliner Theaters dargeſtellt. B.

Philadelphia. Mehrere Schenk⸗ wirthe in Rhode-⸗Island, in den Ver⸗ einigten Staaten, haben ein ziemlich ſeltſames Mittel erdacht, ſich der Schenkabgabe zu entziehen. Ihr La⸗ den ſiſt ganz leer und der Handels mann hinter einer Brettwand verſtekt, auf der die Worte aus der Bibel ge ſchrieben ſtehen:Bittet, ſo werdet Ihr empfangen, klopfet an, ſo wird Euch aufgethan. Der Kunde tritt an dieſe Brettwand und klopft ein oder mehrere Male daran, je nach dem Ge tränke, das er zu erhalten wünſcht, legt das Geld dafür in die Hand, wel che durch eine Oeffnung herauskommt, erhält ein Glas Wein oder Brannt⸗ wein, trinkt es aus und geht wleder. Die Geſezkundigen von Voſton, welche man über dieſe Art der Abgabenhin terziehung um Rath fragte, antworte ten, dieſelbe ſei von dem Geſez nicht vorhergeſehen worden, weil daſſelbe nur verbiete, Schenkſtuben zu eröffnen, ohne einen Schein gelöſt zu haben, die,

von denen die Rede ſel, aber geſchloſ⸗ ſen wären und der Inhaber ſeine Waa⸗ re eher verſchenke, als verkaufe. L. New York. Am 15. Dezem⸗ ber v. J. iſt das große Poſtgebäude bis zum Grund abgebrannt. Die Löſchan⸗ ſtalten ſcheinen ſehr mangelhaft gewe⸗ ſen zu ſein. Kein einziger Brief wur⸗ de gerettet. Man vermuthet Vrandſtif⸗ tung; der Kongreß hat eine Unterſu chung eingeleitet. D. Karlsruhe. Im Dorfe Rint⸗ heim, eine kleine halbe Stunde von hier, iſt ein ſchauderhaftes Verbrechen begangen worden. Ein junger Bauer, der ſeines liederlichen Lebenswandels wegen für mundtodt erklärt worden war, hat ſeinen Vormund, einen Mau⸗ rer und Familienvater von ſechs Kin⸗ dern, mit einem Schlachtmeſſer zuerſt verwundet und dann, indem er ihm den Hals abgeſchnitten, getödtet. K. Manche ſte r. Hier ſprang kürz⸗ lich eine Gasröhre in dem Laden eines Juweliers. Die Fenſter mit allen Per len, Juwelen, Ringen u. ſ. w., wel⸗ che davor ſtanden, wurden auf die Stra se geworfen, und die entfernten Fenſter⸗ gitter zerbrochen. Eine zahlreiche Men⸗ ge von Fabrikarbeitern hielt ſogleich eine reiche Leſe, ſo daß der Schaden mehrere Tauſend Pfd. Sterl. beträgt. G. Bern. In Schwyz wurden neu⸗ lich durch Mangel an Vorſicht zwei Studenten vergiftet, indem ſie Wein aus einer Bouteille tranken, worin ſich vorher Vitriol befand. F.

Local-Zeitung.

Karneval. Während der Himmel die Stirne in düſtre Falten zieht, die liebe Sonne ihr goldenes Antliz unter einen grauen Schleier birgt und uns ſchon ſo lange, ſtatt ibren beſeelenden Strahlen, nichts als Finſter