piegel
f ü r Kunst, Eleganz und Mode. Leßuler Saßeg ug.
S. Sonnabend, 28. Januar. 1837.
Des Zauberers Rache.
(Beſchluß.)
Als nun nach Verlauf des Trauerjahres der König die Braut mit feſt— lichem Pompe aus ihrer Einſamkeit nach Hofe führte, und dieſelbe ſah, wie er bereits Anſtalten zur Vermählung treffen ließ; da begann die ſchlaue Blanka neuerdings:„Ich bekenne,“ waren ihre Worte,„daß ich als eine Tochter Evas einen Theil der Eitelkeit mit überkommen habe, und darum wage ich es, hoher Herr, dich zu bitten, den Tag unſerer Vereinigung auf das Feſt— lichſte zu begehen, damit die Welt nicht ſagen möge, der mächtige Beherrſcher Englands, hat eine niedere Magd aus fremdem Lande zur Frau genommen, daher hat er auch Hochzeit gehalten, wie einer ſeiner geringen Vaſallen, deren er Tauſende in ſeinen weiten Reichen zählt.— Ich wünſchte daher, du möch—
teſt ein glänzendes Turnier veranſtalten, wie es bei ſolchen Gelegenheiten üblich iſt, und laß es in allen Ländern der Welt durch deine Herolde verkün— den, damit die Blumen der tapfern Ritterſchaft aus allen Gegenden der Erde herbeiſtrömen, um freudigen Antheil zu nehmen an dem unbegränzten Glüke, das mir durch deine Huld und Gnade zu Theil werden ſoll.“
Der König, der ſeiner ſchönen Vraut jeden leiſen Wunſch zu befriedigen trachtete, ließ ſich auch dieſen Aufſchub gefallen; er ſandte ſeine Diener aus, und ließ in allen bekannten Ländern Europas kund thun, daß die Vermäh— lung des Königs vom Brittenlande mit der ſchönſten Jungfrau der Erde durch ein glänzendes Turnier gefeiert werden ſoll, desgleichen noch keines ge— ſehen worden, ſo lange die Welt ſtehe, und, daß Alles, was ſich zur edlen Ritterſchaft zählet, weſſen Landes ſie immer ſein möge, zu dieſem Feſte ge— laden werde.
Dieſe Kunde kam auch zu den Ohren des edlen Herrn von der Lombar⸗ dei, an deſſen Hoflager der Graf von Savoyen ſich befand. Dieſer, in dem


