Kunst, Eleganz und Mode. Veßuler Sehe gaucg.
4. Sonnabend, 14. Januar. 1837.
Die Drangſale des Predigers Johann Chriſtoph Leh- mann, zu EClausdorf bei Berlinchen ig der Neumark.
(Beſchluß.)
Aber hier wikelte ſich der Koſake den Strik um die rechte Hand, trat mit dem linken Fuße d'rauf und zog mich, mit dem Naken auf der Schwelle liegend, ſo feſt an, daß ſogleich Athem und Empfindung verſchwand. In die⸗ ſer Poſitur wurden mir die Stiefeln mit ſolcher Gewalt abgezogen, daß die Bänder um den Knieen, ohne ſie erſt abzulöſen, zerriſſen wurden. Ich war wie todt, und weiß nicht, wie ich wieder zu mir ſelber gekommen. Da ich mich aber wieder erholte, ſahe ich, was mit mir vorgegangen, als die abge- riſſenen Stiefelbänder mir von den Füßen fielen. Nach dem mir die Freiheit gegeben wurde, mich anfzurichten, ſo fiel mir ein, daß ich meine Taſchenuhr verſtekt. Das gab ich hin und es wurde zwar mit Lachen angenommen, aber die Raubbegierde dadurch nur deſto mehr angefeuert. Nun ſollten die Duka⸗ ten und Rubel heraus. Ich flehete auf den Knien um Verſchonen. Aber ver⸗ gebens! Nun hieß es: Feuer! In meinem Hauſe war kein Feuer. Sie führ⸗ ten mich alſo am Strike in des Verwalters Haus. Beim Eintritt betäubte mich der Eine mit einem ſo harten Schlag mit dem Kantſchue über den Kopf, daß ich zur Erde ſank. In dieſer Betäubung wurden mir die Oberkleider ab— geriſſen, das Hemde über die Schultern gezogen, und hierauf, da ich mich et— was erholt, eine vierfache Feuerstortur mit mir vorgenommen.
Man brachte ein Bund Stroh, nahm eine Hand voll nach der andern, zündete es an und hielt mir die Flamme an den bloßen Leib. Als dieſer Mo—⸗
dus ihnen zu gelinde und zu langſam fürkam: ſo führten ſie mich in die Bett— ſtelle und ſtekten es an. Da aber durch die Bewegung meiner Arme und des Leibes, wiewohl mit meiner großen Veſchädigung, die Flamme gedämpft wurde: ſo nahmen ſie das halbe Bund Stroh, zündeten es an, zwei faßten mich an den Füßen und an dem Kopfe und ließen mich mitten in


