Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
822
 
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wurde vorſichtig geöffnet; der Stall war ganz niedrig und finſter.Wir kön nen noch ein wenig ohne Gefahr näher gehen, meinte Vincenz. Manuel that einen Schritt, ſobald aber ſein Körper ganz innerhalb der Thüre war, warf ſie Vincenz heftig ins Schloß, zog den Schlüſſel ab und ſchleuderte ihn weg. Manuel hatte nur einige Minuten Zeit, um einen Entſchluß zu faſſen. Der durch den Lärm aufgeſchrekte Stier erhob ſich und richtete ſeine funkelnden Augen auf ſein Opfer, das nicht einmal einen Mantel hatte, um das Thier zu ermäden und Zeit zu gewinnen. Die Deke wurde durch einen ſehr ſtarken ſteinernen Pfeiler getragen; der Stier ſenkte bereits die Hörner. Manuel lehnte ſich mit dem Rüken gegen den Pfeiler und forderte ſeinen Feind durch lautes Rufen heraus. Der Angriff begann, aber das ſchar fe Auge des Spa⸗ niers erſpähete den günſtigen Augenblik und als die Hörner ihn faſt berühr⸗ ten, ſchlüpfte er gewandt hinter den Pfeiler und ſah den Stier todt zu ſei⸗ nen Füßen ſinken, denn durch den gewaltigen Stoß an den Pfeiler hatte er ſich den Kopf zerſchmettert. Das Rufen Manuels brachte ihm bald Hilfe. Vincenz befand ſich bereits auf dem Rükwege. Manuel ſchwang ſich raſch auf

ſein Pferd und jagte ſeinem Mörder nach; bald ſah er ihn in der Ferne und holte ihn, da er ein beſſeres Pferd hatte, ſchnell ein. Daun hörte man einen Flintenſchuß; Vincenz ſtürzte und wurde begraben, ohne daß eine Unterſu⸗ chung ſtattfand. Manuel verließ ſeine Heimath und man glaubt, er habe ſich nach Amerika begeben.

Leitung der Novitäten und Anfichten.

lezte Stük:Hans Haſelkopfs Aben⸗ Theater.

teuer als Farbenreiber, Liebhaber und Wien.(19. Dez.) Olle. Hagn

Maler hie und da manche gute Ge hat bereits ihren Cyelus von Gaſtrol len ehrenvoll beendigt, und wird wahr ſcheinlich bald von hier abreiſen. Mitt⸗ woch fand im Theater an der Wien die Einnahme des Hrn. Scholz ſtatt. Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, ſo werde ich Kaufmann, und errichte mir eine Handlung in ei⸗ nem Scholz'ſchen Beneſize-Stüke. Ich verſpreche mir ſehr viel davon, indem man in dieſen Stüken gar keine Hand lung findet. La consuetudine 1 al- tera natura iſt das Sprichwort, daher es gar nicht mehr meine Natur iſt, eine Handlung bei ſolchen Stüken zu ſuchen, abgeſehen alſo davon, kann das

danken aufweiſen, die das Stük, würde ſich Hr. Scholz weniger Gemeinheiten erlaubt haben, vor dem gänzlichen Fiasko zum Theile errettet hätten, zu⸗ mal es, als Erſtlingsprodukt eines jun gen Mannes, Anſpruch auf Nachſicht machen könnte. Hr. Neſtroy, als Ita liäner, war ſchlecht, die Karikatur nicht am Plaze, die Kleidung lächerlich, aber nicht lachenerregend, und ließ die Rolle, die freilich unbedeutend iſt, durch ſein mattes Spiel gänzlich fal len. Ein Quartett im sten Akte iſt recht hübſch, und mußte wiederholt werden. Im Leopoldſtädtertheater wird Herr Raimund wieder 12 Gaſtrol len geben, von denen wahrſcheinlich