Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
817
 
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105 u. 104. Mittwoch, 30. Oez. 1855.

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ 2 Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen ſendung 8 fl. Auf Velinpapier mit erſten.(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 4 lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Liebe und Ehe.

Eine Abhandlung von dem ſcheidenden Jahre, zu leſen in deſſen lezter Stunde.

Des Dichters Wort glaubt ſelten oder nie, Nur ſeinen Handlungen allein; Denn was Euch beut die reiche Phantaſie, In's eigne Herz drang es nicht ein. Der falſch die Liebe ſchilt, Euch bös von Mädchen ſprach, Der läuft des Abends jeder Schürze nach; Der Euch das Cölibat gar ſo gewaltig lobt, 1 Und gen die Himmelsblum', die roſ'ge Liebe tobt, Der Ehe ſchmöht, von ihr nur ſpricht mit Grauen Wie jener hier und dort Hält, auf mein Ehrenwort, Geheim ſich ein Serail von holden Frauen. C. W. Koch.

Wenn Sie durch dieſen Vortrag, meine geneigten Hörer und Höreri nen, etwa in das Reich des mehrbekränzten Morpheus hinüber ſchlummern ſollten, ſo beklagen Sie es nicht, denn der Geiſt des Menſchen, der Körper mag wachen oder ſchlafen, iſt in ewiger Reaktion, in ewiger Thätigkeit. Er wird Sie in das buntfarbige Reich des Traumes führen, in welchem Ih⸗ nen ſo Manches nicht als Traum, ſondern als Wirklichkeit erſheinen dürfte, denn der Traum iſt ein Leben, und das Leben ein Traum. Tauſend hetero gene Geſtalten werden an Ihrem Seelenauge vorüber gleiten, und Ihre Phantaſie wird diejenigen feſthalten, die Ihrem Hoffen, Wünſchen und Seh nen am beſten zuſagen. Unſeren jungen eleganten Dandy's werden blühende Millionärinen winken; den reizenden Jungfrauen wird eine erklekliche Anzahl