Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
809
 
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Kunst, Eleganz und Mode

(Achter Jahrgang.)

Künftigen Sonnabend kanm wegen der Feſttage, kein Spiegel aus⸗ gegeben werden. Nächſten Mittwoch erſcheint hingegen eine Doppel⸗ nummer, mit Porträt und Titelkupfer.

Wir laden zugleich zur baldigen Erneuerung der Pränumeration auf dieſe Blätter für das erſte Semeſter 1836 ein, und beziehen uns auf den bereits ausgegebenen Proſpektus.

Der Barbier bon Venedig.

(Beſchluß.)

Wie ſehr außerordentlich! ſprach er,in einen Kerker eingemauert zu werden, und ich mag wohl hinzuſezen, wie unangenehm! Das Gewölbe iſt indeß nicht ſo kalt als ich es zu finden erwartete; wirklich, die Tempera- tur iſt recht angenehm. Ich möchte wohl wiſſen, von welcher Geſtalt die Zelle wäre, und ob man einem armen Teufel auch etwas zu eſſen dagelaſſen bat. Hätte ich nicht das Stilet und die Folter zu fürchten, ich könnte wirklich glau⸗ ben, ich wäre hungrig, und einen Blik muß ich thun und ſollte ich, wie mein Großvater zu ſagen pflegte, die ſeidene Schnur dafür erhalten.

Der Barbier entfernte die Binde, und ach! ſtatt eines ſchreklichen Ker⸗ kers zeigte ſich ſeinem erſtaunten Blike ein prachtvolles, glänzend er leuchtetes Zimmer mit herrlichen Meubles und einer Tafel in der Mitte, auf welcher ſich ein kleines, aber ausgeſuchtes Mahl befand.

Heiliger Marcus und heilige Mutter von Cordoba, ſteht mir bei! Wie ſeltſam! Aber ſtill! Fußtritte! Geſchwind die Binde angelegt! Baptiſta, was nun? Die Thüre öffnete ſich und ſchloß ſich wieder, worauf eine Stimme Baptiſta aufforderte, das Tuch von ſeinen Augen wegzunehmen. Der Barbier gehorchte ſchnell und ſah ſich vor einem ältlichen Manne, der nach der potrizi⸗ ſchen Weiſe Venedigs gekleidet war. 5

Signor Biondetto, Ihr werdet, hoffe ich, die Freiheit entſchuldigen, womit Ihr behandelt worden ſeid; es gab wichtige Gründe, gerade ſo mit