Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
795
 
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armen Jacques das geheimnißvolle Papier, welches nachſtehenden Brief eut⸗ hielt:Verfügen Sie ſich mit Madame N. zu Herrn O., Notar, in der Nue Montmartre, welcher Ihnen ein wichtiges Papier mittheilen wird. Un terzeichnet: Jacques Permanon. Dieſes Papier war ein Vermächtniß an Miß Jenny von hunderttauſend Franken in Gold und Bankbillets, welches Jacques Permanon vierzehn Tage vor ſeinem Tode, und als er ſich krank zu fühlen anfing, zu dem Notar getragen hatte. Reich und ſchön, fand Miß Jenny bald zahlreiche Bewerber, unter denen ſie, Dank der mütterlichen Fürſorge der Madame N., den Redlichſten und Beſten zu ihrem Gatten wählte.

Es iſt bekannt, daß kein Thier in dem Grade wie die Kazen das Waſ⸗ ſer ſcheut, welche gewiß nur im äußerſten Nothfalle die Pfoten naß machen. Das folgende Beiſpiel beweiſt indeß, daß ſie ſogar ſchwimmen. Einer meiner Freunde in Jamaika erhielt eine noch nicht völlig ausgewachſene Kaze. Ein Mann brachte ſie zu Pferde in einem Leinwandſake fünf lengl.) Meilen weit von ihrem Geburtsorte, den ſie nie verlaſſen hatte. Dabei mußte er über zwei Flüſſe, von denen der eine gegen 80 Fuß breit, 23 Fuß tief iſt und ſehr ſchnell fließt, während der andere noch breiter und ſchneller, aber weniger tief iſt. Ueber dieſe Flüſſe führt keine Brüke. Nach der Ankunft wurde die Kaze einige Tage eingeſchloſſen, um ſie an ihren neuen Aufenthaltsort zu gewöh⸗ nen, worauf man ſie in dem Hauſe herumgehen ließ. Am nächſten Tage aber war ſie verſchwunden und bald darauf ſand ſie ſich in ihrer alten Heimath wieder ein.

Galante Epiſode bei einer Hochzeit.

Bei der Hochzeit des Prinzen von Oranien mit einer Prinzeſſin von England um das Jahr 1734 wurden zwei Bäume aufgerichtet, deren Blätter von Silber waren und auf der einen Seite den Namen des Prinzen und der Prinzeſſin nebſt dem Jahre ihrer Vermählung, auf der andern aber einen Spruch zeigten, der auf jedem Blatte verſchieden war. Die beiden Bäume ſtanden an der Thüre der Kapelle und jeder der eingeladenen Herren mußte beim Herausgehen ſich ein ſolches Blatt abpflüken und den darauf ſtehenden Spruch laut vorleſen. Es fehlte dabei nicht an treffenden Anſpielungen, die auf den Empfänger eines Blattes paßten.

Große Fliegenplage.

Kein Ort iſt von Fliegen ſo geplagt, als Bengaſi an der afrikaniſchen Küſte. Alle Reiſenden ſtimmen in den Klagen darin überein, weil ihnen nicht zu entgehen iſt. Sie folgen dem Menſchen überall hin, ſezen ſich auf jeden Theil der Arme, der Beine und des Körpers, den man wegen der Hize ent⸗ blöſt tragen muß; kriechen hartnäkig in die Augenwinkel, in die Naſenlöcher und in das Ohr, ja ſie fliegen in die Kehle hinein, ſo daß man faſt erſtikt,