Mittwoch, 16. Dezember. 1833.
Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbjähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzu⸗ 2 Man pränumerlrt im Kommilſſionsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten?(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſth und bel allen k. k. Poſtämtern.
2 a err erte r.
(Beſchluß.)
So oft die Penſion für Miß Jenny N. bezahlt wurde, war eine kleine Summe Geldes für ſie ſelbſt beigefügt, und Jacques Permanon, den das junge Mädchen zu ihrem Lieblinge auserkoren, empfing von dieſer Summe einen gu— ten Theil. Da ſie kein lebendes Weſen, durchaus nichts auf der Welt hatte, was ſie hätte lieben können, nicht einmal einen Hund, hatte ſie eine Art von Zuneigung zu dieſem armſeligen Geſchöpfe gefaßt, welches auch faſt eben ſo verlaſſen, als ſie ſelbſt war. Neben dem wöchentlichen Almoſen eines Zehn—
ſousſtüks erhielt Jacques Permanon jeden Sonntag regelmäßig von Miß Jenny Hemden, Halstücher und tauſend von jenen Kleinigkeiten, welche die jungen Mädchen in der Penſion in ihren einſamen und müßigen Stunden verfertigen. Das Gebetbuch des Bettlers war daher mit papiernen Kreuzen und ausge— ſchnittenen Bildern angefüllt; das Buch ſtak in einem ſchönen Beutel von grünem Tafft, und auf der erſten Seite des Bandes las man:„am 15. April 1818 von Miß Jenny R.„ geſchenkt an Jacques Permanon.“— Zu ſchil⸗ dern, wie ſehr Jacques Permanon die junge Engländerin liebte, wäre un— möglich; denn was er für ſie fühlte, war mehr als Dankbarkeit und Zärtlich— keit, es war für ihn ein Kultus, eine Religion. Wenn die Stunde herbei kam, wo das Penſionat der Madame N. ſich gewöhnlich in die Kirche begab, ſah man ihn auf ſeinem Schemel erbleichen und ſich unruhig hin und her be— wegen, und ganz vergeſſend, den Eintretenden ſeinen Weihwedel hinzuhalten, ſtrekte er den Kopf ſo weit als möglich nach der Kirchthüre vor, um die jun⸗ gen Mädchen ſchon aus der Ferne zu beobachten. Hörte er endlich das Geräuſch ihrer Tritte und das Geflüſter ihrer Stimmen, ſo röthete ſich ſeine blaſſe


