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ſchneiden, und einige Gaben in Empfang zu nehmen. Eben ſo kam auch ſpaͤ— ter die Vritannia mit ihrem Gefolge herangezogen, um für das Feſt des fol— genden Jahres zu ſammeln. Ein blaues Mädchen ſang und eine Zweite tanzte; die ſchwarze Malibran war allerdings nicht ſonderlich zu koben, aber nichts konnte graziöſer und leichter ſein, als der Tanz der neuen Taglioni. Ueber— haupt erſtaunt man über die Leichtigkeit und Eleganz aller Bewegungen, und namentlich über die zierliche Kekheit, womit Reger und Negerinen den Kopf tragen.
Der Geſang, deſſen Inhalt jedoch für jeden Fremden unverſtändlich war, hatte wieder begonnen, als mit einemmal die eine Hälfte der Tänzer die an— dere unterbrach mit einem Gebrüll, fähig„die Reiche des Chaos und der al— ten Nacht“ zu erſchüttern. Mit einemmal löſte ſich Alles auf in einem bunten Knäul, Sänger, Tänzer und Alles rannte fort. Was war die Urſache dieſer plözlichen Umwandlung? die Veleuchtung der Stadt. Wir liefen wie die an⸗ dern um diefelbe anzuſehen, das Schauſpiel war ſchön, aber das lebendige Entzüken der Negermaſſe wog es auf.
Was dieſes Feſt auszeichnete, iſt die offene Freude, die Allen aus den Augen ſtrahlte; hier dachte Alles nur ans Vergnügen, und dies Vergnügen beſtand in Singen, Tanzen, Lachen, Sehen und Geſehen werden u. ſ. w.: jeder bewunderte die ſchönen Kleider des andern, und ſuchte die ſeinen im möglichſt vortheilhaften Lichte zu zeigen. Hier gab es keine Käufer und Ver⸗ käufer, keine Herren und Diener, die mit geſchäftiger Miene hin und wieder gingen. Um acht Uhr Abends, als wir über den Marktplaz gingen, war die Illumination am glänzendſten, die Maſſe drängte ſich mehr als je, und doch ſah man keinen Vetrunkenen. Auch war uns den ganzen Tag keine Szene von Zank und Streit vorgekommen, denn man kann als Ausnahme hievon wohn nicht den vorübergehenden Zorn irgend eines Unbeſonnenen anſehen, der auf die Gefahr, die Prozeſſion zu ſtören, ſich durch die Reihen drängte, und ge— legentlich von der Königin oder einer Prinzeſſin des königlichen Zuges eine Ohrfeige erhielt.
Die engliſchen Almanache.
Wiewohl dieſe Art der ephemeren Literatur erſt ſeit einigen Jahren in England eingeführt, und der Gedanke dazu offenbar den Deutſchen entlehnt iſt, ſo bewährt ſich doch auch hier, wie in andern Zweigen der Induſtrie, die bekannte Bemerkung, daß die Engländer ſich aufs Verbeſſern fremder Erfin— dungen nicht minder, wo nicht beſſer, verſtehen als aufs Selbſterfinden. Die Sache iſt ihnen zuvorgethan, aber die Pracht der Ausſtattung ihrer Almanache dürfte ihnen ſchwerlich irgend eine Nation nachthun. Unter dieſen literariſchen Bijoux für das nächſte Jahr behauptet auch diesmal das Landscape annual den erſten Plaz. Es iſt Sr. Maj. dem Könige von Baiern zugeeignet, und enthält eine Schilderung Andaluſiens von Roscoe, mit 21 Zeichnungen von Roberts, und herrliche Holzſchnitte als Kapitalvignetten. Es iſt in der That ſchwer zu ſagen, was darin mehr anzieht, die vollendete Kunſt der Darſtellung oder das Romantiſche der dargeſtellten Gegenſtände, wie z. B. die Anſicht von Cordova, vom majeſtätiſchen Guadalquivir aus geſehen, der Königsplaz in


