Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
725
 
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Lande entfernt befanden. Als ſie zum Wrak zurükkehrten, fanden ſie die We nigen, die ſie am Vord zurük gelaſſen, wie ſie in aller Eile ſich in ein Boot geflüchtet, da ſie kaum noch die Zeit dazu hatten, aus dem umſtürzenden Schiffe zu entkommen. Cs war nur wenig Vorrath an Lebesmitteln für die Mann ſchaft mit großer Schwierigkeit aus dem Wrak herbeizuſchaffen, und damit ſa hen ſie ſich genöthigt, die lange traurige Reiſe nach der Küſte von Peru an zutreten. Nur einem Boote war es geglükt, von einem Fahrzeuge nicht weit von der Küſte aufgenommen zu werden; auf demſelben befanden ſich die einzigen Ueberreſte von der verunglükten Mannſchaft, drei an der Zahl, alle Uebrigen waren unter den ſchreklichen Qualen des Hungers umgekommen.

Diers nig Diop d.

Cin Hauptmann war wegen überwieſenem Kontrebandemachens zur Unterſu⸗ chung gezogen und zu einer harten Strafe verurtheilt worden. Er wandte ſich un mittelbar an den König Friedrich und bat um Begnadigung. Seine lange ſanderbar abgefaßte Bittſchrift ſchloß mit den Worten:So lebe ich der allerunterthä nigſten Zuverſicht, Ew. königl. Majeſtät Augen werden mit dem König David, bſalm 100, V. 1., nach den Treuen im Lande ſehen, und gern fromme Diener haben, daß ſie bei Höchſtdenſelben wohnen, und bitte dannenhero fußfälligſt, mich wider alle Anfeindungen mit Höchſtdero Gnadenflügeln zu bedeken, und in Anſehung meiner königlichen Gedanken zu führen, und darüber zu halten, damit ich aus dem Pſalm 115, V. 6. mit dem König David auch ſagen könne: der Herr iſt mit mir, drum fürcht' ich mich nicht, was können mir Menſchen thun? Friedrich ſchrieb an den Rand der Vorſtellung:Der König Da vid hat nie mit Kontrebandiers zu thun gehabt und alſo hat der Herr Patron ſeine Bibellektüre hier ſehr unnüz angebracht; weil er mir aber die Ehre er wieſen hat, mich mit dem König David zu vergleichen, ſo kann man den Schlingel laufen laſſen, kommt er wieder, ſo marſchirt er ſammt ſeinem König David nach Spandau.

No ed.

Von dem dermaligen ſpaniſchen Premierminiſter Mendizabal entwerfen öſſentliche Blätter folgende, eben nicht geſchmeichelte Skizze: Mendizabal iſt der Sohn eines Juden zu Kadix, der vor ungefähr 18 Jahren in dieſer Stadt einen kleinen Kram hielt. Es war das Geſchäft des jungen Mendez, die Kun den zu bedienen, was er meiſterhaft verſtand. Der Ruf ſeiner Geſchiklichkeit in dieſem Fache verbreitete ſich auch außerhalb ſeines Stadtviertels, aber troz der Talente ſeines Sohnes mußte der Jude Alvarez Mendez im Jahre 1818 Bankerott machen, und beide ſahen ſich eine Zeit lang genöthigt, als Hauſirer ihr tägliches Brod zu verdienen. Sie waren in das größte Elend und auf die niedrigſte Stufe geratbhen, als der Aufſtand auf der Inſel Leon ausbrach. Der junge Abenteurer wirft ſogleich ſeinen Waarenpak vom Rüken, macht ſich an den revolutionären Chef Riego, und weiß ſich zum Intendanten einer Diviſion des Inſurrektionsheeres emporzuſchwingen. Von dem Zeitpunkte dieſer Ernen nung datirt ſich der Urſprung ſeines Glükes. Während die Chefs die Vevöl kerungs Audaluſiens durch Proklamationen und Anreden unter die Fahne der