Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
710
 
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Geburten anſezen, und wir wollen ſe⸗ hen, ob ſie Blut laſſen. Ich er⸗ öffne alſo hiemit ein a nat omi ſches Literatur ⸗Kabinet, das ich von Zeit zu Zeit fortzuſezen gedenke. J.Almanach dramatiſcher Spiele für das Jahr 1856 von Lembert. Ent⸗ bält: 1.Der Freund und die Krone. 2.Wahn und Wahnſinn. 3.Her Mentor. Das Erſte, nach einer Novelle:Leonardo da Seſſa se, die Andern nach dem Franzöſiſchen frei be⸗ arbeitet. Die literariſchen Leiſtun gen des Herrn Lembert weiſen ihm einen achtbaren Plaz in der Literatur an, und dieſer Almanach, mit dem er das deutſche Schauſpiel bereicherte, läßt ihn ſeinen eingenommenen Plaz bebaupten. So eben ſind Novellen von demſelben Verfaſſer bei Tendler erſchienen, auf die ich ſpäter zurük kommen werde. II.Biographie des Joſeph Guſikow von Sig. Schleſinger. Dieſes unlängſt erſchienene Broſchürchen kann ſeines Inhaltes wegen füglich folgenden Titel führen: Eigenheiten und Gebräuche der Juden. Dictionaire de poche der hebräiſchen- und pohlniſch jüdiſchen Sprache. Glükliche Nachah mung Walter Scott'ſcher Beſchreibung. Leichte und faßliche Anleitung unrich tig rechnen zu lernen. Ultra-Hege liana, oder die Kunſt, unrichtig zu denken. Beitrag zu Sommers Ver teutſchungs- Wörterbuch. Reflexionen über Kunſt, Literatur, Muſik, Mode und geſelliges Leben. Beſchreibung häuslicher Szenen des alten Guſt kow, und beſtimmte Zeitangabe, wann derſelbe ſpaziren ging, nebſt geiſt⸗ reicher Hinweiſung auf das Flötenſpiel des jungen Guſikow, Virtuoſen auf dem Holzinſtrumente, zuſam⸗ mengeſtellt von ge. III.Der Herr und der Diener, als Beitrag zur richtigen Behandlung, Veredlung und Verbeſſerung der Dienſtboten

männlichen und weiblichen Geſchlechtes. Allen Dienſtgebern gewidmet von Jo⸗ hann Karl. Kann in ſeiner Art jedem daran Theilnehmenden anempfohlen werden.(Wird fortgeſezt.)) Policinello.

Mluſik.

Ofen. Am 29. Oktob. fand in der St. Katharinenkirche, im Taban, eine ſeltene Produktion ſtatt, und zwar ein Orgel-Konzert, welches auf der trefflichen, von dem jungen u. talentvol⸗ len Orgelbaumeiſter, Karl Focht(wobn⸗ haft in Veſth, Windgaſſe, Nr. 175), für dieſe Kirche neu verfertigten großen Orgel, von Herrn J. N. Vatka, im Beiſein eines zahlreichen Auditoriums aus allen hier wohnenden Religions- partheien, ausgeführt wurde. Die ſchö ne Auswahl der Orgelkompoſttionen, worunter vorzüglich die Fuge über B, A, C, H, von Sebaſtian Vach, die eben ſo ſeelenvoll als kräftig vorgetragen wurde, dann die freie Fantaſie mit gan⸗ zem Orgelwerk, ſo wie die verſchiedenen Themata mit abwechſelnden Zügen, ferner die Kompoſttion für das Aeolobi kon de., ſezten ſowohl das Kompoſi tionstalent, als das kunſtgeübte kraft volle Spiel des Hrn. J. Vatka in das ſchönſte Licht. Beſondere Erwähnung verdient das lobenswerthe Streben des Kirchenvaters, Hrn. Karl Leſigan, der uns durch ſeine eifrigen und frommen Bemühungen dieſen Kunſtgenuß ver⸗ ſchaffte.(Die Einnahme überließ Hr. Batka als milden Beitrag der Kirche.) D

Prag. Der Virtuos auf dem Holz- und Strohinſtrumente, Herr Guſikow hat hier, außer einigen in Privatzirkeln veranſtalteten Konzerten, nur einmal im Theater und zweimal im Conviktſaale geſpielt und einen nüch⸗