Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbſährlger Preite 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ 2 Man pränumerirt im Kommiſftonsamt iu Ofen sendung 5 fl. Auf Belinpapler mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalat Kunſthand⸗ Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung iu Peſth und bet alen f. k. Poſtämtern.
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(Beſchluß.)
Wir traten ein. Noch lag der Morgennebel in den Wipfeln der Bäume, während die Sonne ſchon golden, aber nicht zu warm über dem freien Raſen ſchien. Groß und dunkel lag das Schloß da, noch von den Schatten der eigenen Vorſprünge bedekt. Es iſt kein ſchönes, aber ein geräumiges Gebäude mit zwei Thürmen, in Hufeiſenform erbaut; der eine Theil ſcheint neuer zu ſein als der andere. Der Eingang vom Schloß in den Garten iſt wunderſchön. Mehrere Terraſſen führen von der Anhöhe hlnab, auf welchen eine reiche Otan— gerie aufgeſtellt iſt und die Luft mit Wohlgerüchen erfüllt. Das Ganze iſt von einem Waſſergraben und von dem lieblichſten Blumengarten umgeben, in wel—⸗ chem ſich unter den bunten Blüten und dem keutſchen Grün der Bäume Papa— gaien auf vergoldeten Stangen wiegen, Affen umherſpringen und Alles darauf hindeutet, daß hier der Lieblingsplaz der Herrſchaft iſt. Ein großer Raſenplaz dehnt ſich vor dem Hauſe aus. Als wir noch daſtanden und über die grüne Fläche hin in die Landſchaft ſahen, kamen Schnitter, um das kurze, feine Gras abzumähen. Dann folgten wir unſerer kleinen Führerin in den eigent— lichen großen Blumengarten. Auf ſchönen Raſenpläzen, welche von Fußwegen, ſo breit wie Chauſſeen, umgeben und durchzogen ſind, ſtehen rieſenmäßige Körbe, von Flechtwerk, Muſcheln, Eiſengütter, oder Akanthusblättern, aus Thon gebrannt u. ſ. w., aus denen Blumen aller Art, aber aus jedem Korbe nur eine, auſſchießen, und dieſe Körbe ſind nirgends zu weit entfernt, um den Gehenden den Genuß jeder einzelnen Blumenart zu geſtatten. Dazwiſchen ſieht man bunte Figuren von mancherlei flach an der Erde hingezogenen Blumen, Sterne und Roſetten von Vinca, Pyrus japonica, Rhododendron, rothen,
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