Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
681
 
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Mittwoch, 28. Oktober.

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu- 2 Man pränumerirt im Kommlſſtonsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Vellnpapier mit erſten?(Feflungtauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.? lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

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(Fortſezung.)

Punkt vier Uhr klopfte ich an ihre Thüre; ein munteresherein! ſchallte mir aus den Kinderkehlen entgegen. Ich fand das Zimmer ſchon ſauber und gelüftet, und friſche Semmeln und Kaffe auf dem Tiſch. Peter kam her ein.Gnädiger Herr, was ſoll denn nun mit den Pferden werden? Sie woll⸗ ten ja von hier an Poſt nehmen.Ich habe mich anders bedacht, Peter. Wir bleiben zuſammen; ich mache vor der Hand eine Luſtreiſe nach der Lauſitz, und will lieber die Pferde bei mir behalten.

Peter ſah mich mit einem Blik des ungemeſſenſten Erſtaunens an; es war zum erſten Male, daß ein von mir ertheilter Befehl nicht unumſtößlich war, wie das Evangelium.Spann an, Freund! ſagte ich barſch, um nicht ver⸗ legen zu erſcheinen. Dann ſchlug ich meiner Fremden vor, mit mir in meinem bequemeren Wagen zu fahren, aber ſie wollte ſich von den Kindern nicht tren⸗ nen, und ich tröſtete mich, denn es hatte auch einen Reiz für mich, ſie nur in den Abſteigequartieren zu ſehen, dort aber auch mit Sicherheit auf ihre Ge⸗ ſellſchaft rechnen zu können. Es war noch nicht nicht fünf Uhr, als ich durch die ſchändlich gepflaſterten Straßen zur Elbebrüke fuhr. Drüben kamen mir ein Duzend rüſtiger Burſchen mit Senſen entgegen; ſie ſangen vierſtimmig, mit feierlicher Fröhlichkeit:

Schon mäht der Landmann freudevoll

Der Felder Segen ab,

Den Segen, der uns nähren ſoll,

Den unſer Gott uns gab. Wie iſt der Menſch Morgens ſo hoffnungsvoll, ſo fröhlich und ſo dankbar ge⸗ ſtimmt! Die Sänger verſchwanden, und ich war wieder allein in der ent⸗