Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
680
 
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Rükkehr, und war während der hun dert Tage einer ſeiner geheimen Se kretäre. Da er genöthigt war, vor der Proſkription von 1815 zu fliehen, ſuchte er in England ein Aſyl, und dort ſchrieb er ſeine ſo bekannten Me moiren über die Ereigniſſe der Zeit, ein Dokument, eben ſo bemerkenswerth durch ſeine Energie, wie durch die hi ſtoriſche Wahrheit, die Napoleon ſelbſt anerkannte, und aus welchem Alle, welche über dieſelbe Zeit ſchreiben wol⸗ len, zu ſchöpfen genöthigt ſind. B. Dublin. Neulich ſtarb hier Sir P. Browne, ein Rechtsgelehrter, in ſeinem 88ſten Jahre. In den lezten 50 Jahren trank er nur Waſſer. Er ging ſelten vor 8, 9 oder 10 Uhr Morgens zu Bette, und ſtand um die ſelbe Zeit Abends wieder auf. Selbſt in den kälteſten Nächten heizte er nicht ein, ſondern hüllte ſeine Beine in Flanell. C.

Der Modenhurier.

(Paris, 10. Okt. 1835.)

Nichts Neues unterm Sonnenlicht;

Doch neu heißt, was die Mode ſpricht!

1. Allem Anſcheine nach werden die Winterhüte eine etwas aufgerichtere Form und einen ziemlich großen Schirm haben. Die Sammetblumen, welche jezt in unſern großen Magazinen verfertigt werden, laſſen voraus ſezen, daß dieſe Art Verzierung auf Sammet⸗ und Atlashüten in der Mode ſein werden. Wir haben bereits treffliche Dahlias-Bou⸗ quets aus ſehr zartroſenrothem Sammet ge bildet geſehen, die am Rand ſchwarz-velou⸗ tirte Blätter haben.

2. Reps oder afrikaniſcher Sammet wird häufig zu Kapoten verwendet; man gar nirt ſie mit brochirten Atlasbändern.

3. Man tragt Hüte mit großen ova⸗ len Schirmen, breiten Käppchen, faſt gleich oben und unten und mit einem breiten Band

4. In der Oper begegnete man vielen Schärpen von farbig gedruktem Cachemir⸗ Mouſſelin, hie und da Schärpen von indi ſchem Mouſſelin mit farbiger Seide geſtikt; Mantillen von geſtiktem Mouſſelin, mit Spt⸗ zen garnirt und mit roſenrother oder lilas farbiger Seide gefüttert.

5. unſere Magazine füllen ſich mit der Maſſe von Seiden, Cachemir- und Sei den, Woll, Woll und Seidenſtoffen. Sie werden auch ſchon verarbeitet, und wir ſahen den Velour⸗Medicis, einen Herbſt- und Frühlings⸗Sammet, den Reps Trianon und Iſabeau, die Satins anglais und die Bazins des Indes, lauter ein- fache und reiche Stoffe für Promenaden, dle noch fortgeſezt werden, und Soireen, die be⸗ ginnen.

6. Die bemerkenswertheſten Mäntel, die heuer in Gagelins Magazin erſchlenen, heißen: NMerveilleux, und verdienen dieſen Namen in der That. Sie laſſen ſich ſchwer beſchreiben, doch wollen wir ihren Ruzen be zeichnen. Durch ein ſehr einfaches Mittel kann jede Dame während des Gehens und ohne irgend eine ſichtbare Bewegung, mittelſt einer graziöſen Pelerine, nach Belieben entweder ihre Taille enthüllen, oder bedeken.Wie die ſes durch eine Pelerine bewerkſtelligt werden kann, ſagt ein Pariſer Blatt,können wir nicht errathen, aber wir verſichern, daß jede Dame in das Geheimniß eindringen wird.

Modenbil d. Nr. 44.

Erſte Pariſer Herbſtanzüge vom 10. Oktober. Atlashüte mit Federn geziert. Mäntel von geſtiktem TCachemir. (Wir können unſern geehrten Leſerlnen die Verſicherung ertheilen, daß nach dieſen Stoff und Schnittmuſtern die meiſten eleganten Möntel im kommenden Winter ſein werden. Es dürften wohl bis gegen Weihnachten zu Paris neuere Phantaſien erſcheinen, aber ſchwerlich ſolche allgemeine Annahme finden. Zugleich künden wir an, daß Herr Anton Rosmanith, bürg. Damenkleidermacher in Peſth(Roſenplaz, Nr. 63), ſo eben von einer Reiſe nach Wien zurükgekehrt iſt, und die neueſten geſchmakvollſten Formen zu allen

umgeben. Weiß iſt das eleganteſte für Hüte. Arten Wintertolletten mitgebracht hat.)

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.