652 l
bewegen, wieder auf den„Leander“ zurükzukehren. Wenn der Hund am Lande war, und es kamen Leute von jenem Schiffe dahin, ſo ſchlich er ſogleich fort; und nichts konnte ihn dahin bringen, ſich ſeinen frühern Freunden zu nähern.
ie. Novitäten. anftebten.
Theater.
Wien(7. Oktob.). Im k. k. Hofburgtheater begann Mad. Rettich geb. Gley ihren Gaſtrollen-Cyklus in „Maria Stuart.“ Wir werden nach geendetem Reigen ausführlichen Vericht über dieſe Künſtlerin erſtatten.— Au⸗ ber's„Ballnacht“ gefällt immer mehr. Die Muſik iſt recht lieblich und an manchen Stellen energiſch. Der erſte und fünfte Akt ſind faſt nichts als die Enveloppe über das eigentliche Opus, und ſind daher im Verhältniſſe zu den 5 mitteren Akten weniger anſprechend. Beſonders gelungen können wir den 4. Akt nennen. Was die Darſtellung betrifft, ſo müſſen wir nur Nühmli⸗ ches berichten. Hr. Breiting(Herzog Olaf) ſang mit Anmuth und Kraft. Beſonders beſticht ein Strophenlied, wo er mit ſeiner ſeltenen Höhe und Bravour imponirt, die Mehrzahl. Herr Staudigtl(Graf Reuterholm) entzükte wie immer. Delle. Henkel, als Page, überraſchte. Dieſe Sängerin hat uns zwar durch frühere Leiſtungen zu ziem— lich großen Erwartungen berechtigt, aber wir müſſen geſtehen, auch unſre kühnſten Hoffnungen wurden übertrof— fen. Außerordentlich wie ihre Leiſtung war auch der Applaus. Delle. Löwe (Gräfin Amalie) gefiel durch Delikateſſe und Grazie im Spiel und Geſang. Mad. Waldmüller(Kartenſchlägerin) war vollendet und erntete ſtürmiſchen Beifall. Die Herren Schäffer, Juſt, Seipelt und Tomaſelli unterſtüzten recht waker die in gröſſern Partien Be—
ſchäftigten. Ballet, Dekorationen und Arrangement laſſen nichts zu wünſchen übrig.— Im Theater in der Joſeph— ſtadt gab Hr. Schwarzböck zu ſeinem Vortheile eine muſikaliſche Akademie. Den Beſchluß der erſten Abtheilung machte ein barok erdachtes und ausge⸗ führtes Tonſtük. Die Ouverture zur Zauberflöte war nämlich von Herrn Schwarzböck auf Vokalſtimmen trans- ponirt und in einem achtſtimmigen Chor exekutirt. Wir haben zu große Achtung vor den muſikaliſchen Kenntniſſen die⸗ ſes Meiſters, als daß wir dieſen Ver— ſuch zu ſtrenge bekritteln wollen, auch boten die übrigen Nummern der Aka— demie hinreichende Entſchädigung für dieſe mißlungene Idee. Vor Allen er— greifend war ein dreiſtimmiger Chor mit Klavierbegleitung, ausgeführt von mehreren weiblichen Individuen der Verſorgungsanſtalt für erwachſene Blin— de. Ein Bruder des geſchäzten Hofo— pernſängers Cramolini und eine Delle. Schindelbeck debütirten als Schüler des Hrn. Schwarzböck zum erſten Mal öf— feutlich und erhielten Beifall.— Im Leopoldſtädter Theater trat Hr. Hölzl als neuengagirtes Mitglied zum erſten Male in Caſtellis:„Waiſe und der Mörder“ auf. So ſehr wir gegen die Aufführung ſolcher Stüke auf dieſer Bühne geſtimmt ſind, müſſen wir doch geſtehen, dieſesmal konnte auch die ſtreng⸗ ſte Kritik keinen Fehl und Makel an der Darſtellung rügen. Hr. Hölzl ſpiel— te mit Natur und Mäßigung, Mad. Scutta enthuſſasmirte durch ihre er⸗ greifende Mimik, Delle. Peroni lei- ſtete Vorzügliches, Hr. Lang war vor⸗


