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im nächſt kommenden Jahre Peſth be— ſuchen, um im voraus können ſich die kunſtſinnigen Bewohner dieſer Stadt verſichert halten, Dinge zu ſehen, die gewiß alle Erwartungen übertreffen werden. Vor wenigen Tagen erſchien in der hieſigen Zeitſchrift:„Der Wanderer“ nachfolgendes Gedicht, welches gewiß kein Wiener Anſtand nehmen würde, dem vollen Inhalte nach, zu unterfertigen.
An Alexander Guerra und deſſen Geſellſchaft. (Vor ihrer Abreiſe aus Wien.) So zieh denn hin, du kühner Römer—
Sohn! Zieh hin mit deiner wake ünſtler 18 4 Zahl! 5 Es war dein Ruhm, der auf Ittliens
Blütenthron So ſchön herangereift, nicht leerer Schall.
Kaum zeigteſt du von eurer ſchönen Kunſt Die erſten kühnen, nie geahnten Proben, So war errungen ſchon der Wiener Gunſt,
Der laute Beifall ward ein lärmend Toben.
Was man von altergrauen Zeiten her
Als Dichtung blos, als Mährchen nur geglaubt,
Das zeigte Brand; es ſchien als hab' auf Ehr'
Der kühne Mann ſich Herkuls Kraft geraubt.
Was man als Feenlieblichkeit,
Als Anmuth, Grazie gemeint,
Sah aun Eliſen) man mit Leich⸗ tigkeit
Gar wunderherrlich ſchön vereint.
Durch Kühnheit und durch tollen Muth,
Im dunklen Aug' den Feuerblik,
Läßt Louischen) wohl— ſie weiß es gut,
So manches wunde Herz zurük.
) Mad. Guerra.) Louiſe Letard.
Was Cocchi's Kunſt, und all' der andern
Die nun von hinnen wandern—
Durch welche uns ſo manche Stunden
Im frohen Staunen ſind entſchwunden,
Sagt— wer mag dies wohl wagen
Mit Worten hier zu ſagen?—
So zieht denn hin euch Ruhm und Glük zu mehren
Doch hier iſt ein Wunſch nur zu hören,
Und ohne ſchmeicheln kann man's wohl geſtehen,
Es heißt: Ein baldig Wieder⸗ ſeben le
F. J. Habatſch.
Lotion,
Fortepianos. Bekanntlich liefern Peſths Klavier- Inſtrumentenmacher vor treff⸗ liche Fortepianos, die wett und breit verführt werden und die mit den vorzüglicheren Er⸗ zeugniſſen dieſer Art in Wien wetteifern kön⸗ nen. Unter denjenigen Meiſtern, die ſich be⸗ ſonders hervorthun, müſſen wir, da ſich gera— de eine Gelegenheit darbot, Hen. Franz Zobel(Königsgaſſe Nro 536, 3. Sto) er⸗ wähnen, deſſen Arbeiten ſich durch Dauerhaf— tigkeit, Solidität und Eleganz bereits einen ſehr guten Ruf erworben haben. Eigene Erfah- rung und vor uns liegende Zeuguiſſe achtbarer Autoritäten ſprechen ſehr zu Gunſten der treff— lichen Inſtrumente, des Hrn. Zobel, der ſich noch außerdem durch größte Billigkeit, Redlichkeit und pünktliche Erfüllung aller Auf— träge auszeichnet...
Lanner. Den Freunden der heitern Tanzmuſik können wir die angenehme Kunde mittheilen, daß Hr. Joſ. Lanner, Ka⸗ pellmeiſter und Muſikdirektor in Wien, mit ſeinem ganzen großen Orcheſter zu Anfang des Monats November wieder in Peſth ein⸗ treffen und im Redoutenſgale mehrere muſika— liſche unterhaltungen geben wird. Er wird diesmal mit ganz neuen Kompofitionen, die nach dem Ausſpruche aller Sachkenner die gelungenſten ihrer Art ſein ſollen, das Publi— tum überraſchen. l.
Beilage: Der Schmetter⸗ lin g. Nr. 19
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


