Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
623
 
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Miszellen.

Peſt h. Oer türkiſche außeror⸗ dentliche Botſchafter Ah med⸗ Feth i⸗ Paſcha iſt auf ſeiner Rükreiſe nach Conſtantinopel am 26. Sept. wieder in Peſth angekommen und im Hotelzu den ſteben Churfürſten abgeſtiegen. (Bei dieſer Gelegenheit können wir nicht umhin, genanntes Hotel, das in der belebteſten Straße Peſths liegt, wegen ſeiner in neueſter Zeit zugenom⸗ menen Geräumigkeit, ſeiner ausgezeich⸗ neten Eleganz, und vor allen wegen ſeiner Solidität und Billig⸗ keit beſtens zu empfehlen.) l.

Brüſſel. Zwei franzöſiſche Geiſtliche lſind hier angekommen, um vom Miniſterium die Ermächtigung zur Einführung der Hoſpitaliterinen in

den Militärſpitälern zu erlangen. Das

Beiſpiel des Bürgerſpitals von St. Jean, wo dieſe Damen ſich den dort hin gebrachten Unglüklichen ſo nützlich zu machen wiſſen, ſcheint geeignet zu ſein, dieſen Vorſchlägen eine günſtige Aufnahme zu verſchaffen. N. Königsberg. Hier iſt eine

Frömmlergeſellſchaft wegen Unſittlichkeiten in Unterſu⸗ chung gezogen worden. T.

Stuttgart. Der landwirth⸗ ſchaftliche Verein des Königreichs Wür temberg hat einen Preis von 50 Gul den für denjenigen Inländer ausgeſezt, welcher in dieſem Herbſt die größte Menge Oel aus Traubenkernen preſ⸗ ſen wird. E.

Paris. Der kürzlich zum Paip ernannte franzöſiſche Gelehrte Varon Prony, Mitglied des Inſtituts, iſt durch ſeine Zerſtreuung bekannt. Nach der Rükkehr Napoleons von Elba hatte er ſich zur Auſwartung nach den Tui lerieen begeben; auf der Treppe nahm er ſeine Kamaſchen ab, und ſtekte ſie

in die Taſche, wahrend der Aufwar⸗ tung bei dem Kaiſer aber wurde ihm heiß, und die Aufregung, in der er ſich befand, machte ihn ſo vergeßlich, daß er ſeine Fußbekleidung ſtatt ſeines Schnupftuches hervorzog, und ſich die Stirn damit troknete. B. London. Der König von Eng land hat befohlen, daß von jedem Re gimente der Armee eine Chronik ver faßt werde. Dieſelbe ſoll enthalten: ſeine Thaten vor dem Feinde, Zeit und Umſtände ſeiner erſten Errichtung, ſeine Stazionen, die Schlachten, Ve lagerungen u. ſ. w. denen es beigewohnt, die Fahnen und Siegeszeichen, die es erobert hat; die Namen der Offi ziere und die Anzahl der Soldaten, die vor dem Feinde getödtet oder ver wundet wurden, mit Angabe der Schlach ten und Treffen; die Namen der Offi

ziere, welche wegen ihrer Kriegsthaten

Beförderung u. ſ. w. erhielten, ſo wie die Namen der Unteroffiziere und Sol daten, die ſich beſonders ausgezeichnet haben; endlich die Ehrenzeichen und Deviſen, welche dem Regiment zu füh ren geſtattet ſind, und die Veranlaſ⸗ ſungen dazu. M. London. Am 7. September Nachmittags wurde von dem Fuhrmann Alexander in London eine Wette von 500 Guineen gewonnen, indem er mit ſeiner mit 4 Pferden beſpannten Mail kutſche in den ehemaligen Buchladen des Hra. Lackington auf Finsbury Square hinein, dreimal um den La dentiſch herum, und wieder heraus fuhr. f M. Paris. Die erwähnte Ermor dung des Massſchen Ehepaares in Pa ris hat zu wichtigen Entdekungen ge führt. Es iſt nun erwieſen, daß kein Einbruch von Außen zur Ausführung des Verbrechens Statt fand; auch hat man keine Entwendung bemerkt. Der Verſtorbene beſaß ein Vermögen von 4