Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
520
 
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bemwantiſchen, bezaubernden Höhen nur Freude und Entzuken athmen. Rechts, lints und im Ruten umkreiſt von malertſchen Hügelgrup⸗ pen, die auf jeder Seite ein anderes grotes. tes Bild darbieten, breitet ſich vor dem Auge ein unendlich weites und prächtiges Gemälde aus, wobei die Städte Ofen und peſth, die Jeſtung, der Blotsberg mit ſeiner Krone, die Sternwarteeinen unbeſchreiblichen Ein- drut hervorbringen. Kommt noch dazu die reine Atmoſphäre, die Wohlgeruche, die aus dem Boden entſteigen, das hier immer we bende angenehme Luftchen, ſo iſt faſt das Eldorado fertig. Doch auch für das Materielle iſt nun in dieſer reizenden Einfiedelei auf eine eklatante Weiſe geſorgt worden. Der Eigen- thumer hat ein entſprechendes Gaſthauslokale mit großem Koſtenaufwande hier errichten laſ⸗ ſen, deſſen große Geräumigteit, deſſen zier⸗ liche Architettur, und deſſen bequeme innere Einrichtung nichts zu wunſchen uͤbrig laſſen. Hier wird Ruhe, Speiſe und Trant dem Mü⸗ den, Hungrigen und Durſtigen in willkomme⸗ nen und befriedigenden Gaben gereicht. Hier baben ſich ſogar Partheien über den ganzen Sommer eingemiethet, um die geſunde, fri ſche Gebirgsluft einzuhauchen, und befinden ſich dabei gcwiß beſſer, als hätten ſie weite Reiſen in dieſen oder in jenen ſogenannten Geſundbrunnen unternommen. Wir em⸗ fehlen daher jedem Freund der freien ſchonen Natur, ſo lange noch die angenehme Jahres zeit währt, ſie zu benuzen und derſchonen Schäferin fleißig zuzuſprechen. In einer Stunde kann der dahin führende Weg mit Fiatern oder Geſellſchaftswagen zurütgelegt werden; aber ſelbſt eine Fußwanderung muß, hier angelangt, die ſchoͤnſte Belohnung ſinden.

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Kunſtreiterei.(Cirkus in der Konigsgaſſe,zur Stadt Peſth). Herr Jo- ſeph Gautterals tuchtiger Kunſtreiter, Atrobat und Grotestſpringer unſerm kunſt⸗ liebenden Publitum ſeit Jahren rüͤhmlichſt bekannt, uberraſcht daſſelbe ſeit einem Mo, nate täglich mit neuen anziehenden Pro- duktionen. Mit bewunderungswutdiger, nie verſagender Jugendtraft, verbindet dieſer an⸗ muthige Künſtler Grazie und ſeltne Sicher⸗ veit in allen ſeinen Leiſtungen, ſo daß der ſelbe mit Recht den rennomirxteſten Kunſtreitern an⸗

gereiht zu werden verdient. Die Exerzitien der beiden Gladiatoren, ausgefuhrt von ihm und ſeinem Sohnſind ſo außcror⸗ denlich, ſo überraſchend und imposant, daß ihnen ſchwerlich, mit gleicher Vollkommenheit, nachgeahmt werden könnten. Seine National- tänze auf dem geſpannten Scile, werden ſtets mit Jubel aufgenommen. Auch ſeine hoffnungs⸗ vollen Sohne, Alexander und Anton, ma- chen dem wahrhaft väterlichen Meiſter bei ie der Vorſtellung Ehre. Die Aſcenſtonen des Hrn. Alexander auf dem geſpannten Seile, bis zur Spize eines drei Stot hohen Hauſes, machten Furore. Derielbe iſt aber auch ein eben ſo flinter und ſicherer Kunſtreiter, als Seiltänzer. Nicht minder Beachtung verdient die Pferde-Dreſſur des Hrn. Gautier, auf deſſen Wink ein niedliches Thier alle Gegen- ſtänoe apportirt, und mit dem Bajazzo an der Table d'hote ſpeiſt. Das Aepfel-, Meſſer⸗ und Stotſpiel des Giuſeppe Lucca(Baiazzo) muß ebenfalls erwähnt werden. unter dieſer ſehr braven Geſellſchaft befindet ſich auch der bekannte Herkules, Hr. Vincenz Stel- La mit ſeiner Frau, durch welchen die Vor⸗ ſtellungen an Manigfaltigkeit gewinnen. Auch der vortreffliche Dallot und deſſen Frau, ſammt ihrem liebenwürdigen Auguſt, haben ſich dieſer braven Geſellſchaft angeſchloſſen, und erwerben ſich großen Beifall. W.

e eee Modenbil d. Nr. 34.

Pariſer Anzüge vom 2. A u g. Die Dam e: Reisſtrohhut. Kleid von Car ·

latanne mit hohen Falben garnirt. Der Heer: Eleganter Sommceranzug. 82 C.

Redaktion s.gotal- Veränderung.

Von heute an befindet ſich das Re dak. tionsburcau des Spiegels und der Handlungs. zeitschrift in Ofen, auf dem Feſtungsberge, außerhatb des Waſſerthores, in meinem eige⸗ nen Hauſe,z u m Panorama genannt. Zur großern Bequemlichteit nimmt auch Herr S. Ro ſenthal in Peſth(Reuſtadt, Zwei⸗ adlergaſſe, Nro. 247, 2 Stot) Aufträge in Redaktionsangelegenheiten an.

Ofen, 12. Aug. 1835. Sranz Wieſen.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſe n.

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