Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
505
 
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Mittwoch, 12. Auguſt.

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen (Feſtungtauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Halbſährlger Prels 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ endung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.

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Innsbruck.

(Beſchluß.)

Oben in einer Seitenkapelle iſt ein anderes Monument Maxmilians J. mit ſeiner wahren Rüſtung, und an einer Seitenwand das Grabmal der be rühmten, durch Güte und Schönheit ausgezeichneten Philippine Wel⸗ ſer. Dieſe häufiger, aus Neugierde und der Denkmäler wegen, als aus Andacht beſuchte Kirche iſt gleichſam ein offenes Buch, aus dem die Thaten verfloſſener Jahrhunderte ſich ſelbſt herausleſen und dem Verſtändigen vor das Gedächtniß rufen. Hier prangt der Habsburger edle Stamm, der Deutſch⸗ land Gtük und Wohlfahrt gab, des Fauſtrechts Hyder zernichtete, Künſte und Wiſſenſchaften zum ſeltenen Glanz erhob, und dem Bürger Sicherheit und Wohlſtand gab. Dort ſah ich die ſchöne, geiſtreiche Wel ſer an der Seite ihres jungen Gatten Erzherzog Ferdinands, dem Sohne des nachmaligen Kai ſers Ferdinand I., der gerne der Liebe einen Thron hinopferte, und in den Armen der verſtändigen und ſittigen Gattin das Glük reichlich fand, was er vielleicht vergeblich auf dem Throne geſucht hätte. Hier ſah ich Marx mi⸗ lians I. Staatsk it und ſeine trefflichen Einrichtungen im Innern von Deutſchland und ſeine za lreichen Kriegsthaten walten, und ſeine Krone mit unverwelkten Lorbeern geſchmükt; dort Andreas Ho fer, ſein Vaterland gegen die eindringende Macht der Feinde mit beiſpielloſem Muthe und ſeltuer Vaterlandsliebe vertheidigen, bis endlich Verrätyerei und Treuloſigkeit Sol⸗ cher, die er am meiſten mit Wohlthaten überhäuft hatte, in der Gewalt rache⸗ ſchnaubender Feinde überantwortete. Und ſo iſt durch heilige und profane Denkmäler die Kirche gleich erhaben und ehrwürdig.

Das wären denn einzelne Gebäude, auf die man wohl ernſt gehobene »Blike hinwerſen darf; nun trifft die Reihe die Stadt in ihrem Innern und

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