504
Jahr, wo man an Menge des Erzeug⸗ niſſes ein Drittel, mindeſtens ein Vier⸗ tel mehr erwartet, als im vorigen Jahre. An Reife ſind die Trauben gegen 1834 nur um höchſtens zehn Tage zurük; welcher Unterſchied ebenfalls wegfallen wird, ſo wie nur etwas Re⸗ gen eintritt. Der hauptſächliche Grund, warum jezt im Weinhandel gänzliche Stokung eingetreten, iſt die nahe Aus⸗ ſicht auf den Anſchluß Naſſau's an den Zoll⸗ Verein. T. Madrid. Der ſpaniſche Exmi⸗ niſter Martinez de la Roſa, der des Kriegs in Navarra nicht Meiſter wer⸗ den konnte, will ihn jezt— beſingen, d. h. ein Drama darüber ſchreiben, das bei der Wahl des Gegenſtandes und dem bekannten Talent des Verfaſſers allerdings großes Intereſſe erregen dürfte. C.
Der Modenkurier.
(Paris, 25. Juli. 1835.)
„Nichts Neues unterm Sonnenlicht;
Doch neu heißt, was die Mode ſpricht!““
1. Die weißen Anzüge ſind für jezt, wo die brennende Hize Alles für Auge und Körper Schwerfällige verwirft, am zahlreich⸗ ſten. Es gibt keine nur irgend elegante Da— me, die nicht wenigſtens ein Duzend Pelg— noirs oder Ueberröke von Mouſſelin, Batiſt, Organdie, gearbeitetem Jakonnet, geſtreiftem oder mit ſchönen Deſſins beſäetem Mouſſelin haben muß. Dieſe friſchen und transparen— ten Gewebe bilden treffliche Koſtüme, wenn dazu eine Binde von ſchottiſchem, roſenroth und weißem, oder blau und weißem Band kommt, das um die Taille gebunden wird. Ein Band derſelben Art gibt man als Schär⸗ pe auf die Bruſt, oder man bindet es als Sautoir um den Hals. Denkt Euch dazu Halbſtiefelchen von Gros de Naples und eine Kapote von Reisſtroh oder feinem gehefteten Stroh, geziert mit einem Feldblumen⸗Zwei⸗ ge, ſo habt Ihr eine Idee von dem grazibſe⸗ ſten ländlichen Anzug.
2. Ein dieſe Woche von uns bemerk⸗ ter Reisſtrohhut war mit weißen Bändern und einem Granaten Bouquet geziert, was
einen hinreißenden Effekt hervorbrachte. Wir ſahen auch dieſe Blume ſehr glüklich auf ei⸗ nem italieniſchen Strohhut verwendet. Auf einem Stroh, oder Krepphut bringt eine Touffe von ſpaniſchem Klee ebenfalls einen reizenden Effekt hervor.
3. Eine ſchöne Kapote von weißem Krepp, die zu einer reichen Braut- Ausſtat⸗ tung gehörte, war mit zwel Touffen Sinn⸗ pflanzen geziert; der für die Mutter der Braut beſtimmte Hut war von ſtrohgelbem Krepp, der ebenfalls mit zwel Penſeeblumen geziert war.
4. Wir ſahen eine Halbtrauer⸗Kapote von weißem Krepp, mit weißen glatten Gros⸗ grain⸗Bändern und einer Sonnenwende ⸗Touf⸗ fe geziert.
5. Die meiſten ueberröke der Herren ſind kurz, mit Gros de Lyon gefuttert, und einem Kragen von ſchwarzem Sammet. Ihre Farbe iſt von einem ungewiſſen Schwarz (noir ineertain), das glacirte Reflexe hat. Man ſieht viele davon mit einer einzigen Knopfreihe.
6. Die Form der Fraks hat ſich we⸗ nig verändert. Man tragt ſtets Knöpfe von ciſelirtem Metall.
Modenbild. Nr. 33.
Pariſer Anzüge vom 26. Juli. Wir liefern heute die neueſten Toiletten für Kinder. Ein artiges Kunſtblättchen, worauf Alles, von den liebenswürdigen Kleinen, bis auf die Kinderwärterin und den Bedienten eine intereſſante Gruppe bildet. Auf die auf⸗ fallende Schnelligkeit, mit welcher wir dies ſchöne Bild liefern, brauchen wir nicht erſt aufmerkſam zu machen.
Theater- Anzeige.
Pe ſth. Heute Samſtag, den 8. Auguſt, wird im k. ſtädt. Theater, zum Vortheil des Unterzeichneten, gegeben:„Der falſche Du⸗ puis“, oder„das Wettringen zu Strümpfel⸗ bach“, Scherz⸗Szene. Dieſem gehen vor: ver⸗ ſchiedene Muſikſtüte und komiſche Szenen aus Opern und Poſſen. Zum gänzlichen Beſchluß wird Hr. Dallot, aus Gefälligkeit für den Beneſizianten, eine große Aſcenſion von der Bühne in den 3ten Stok ohne Balanzler⸗ ſtange zu produziren die Ehre haben.
Ferdinand Schinn, Baſſiſt.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


