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auf, ſtand auf, ſah ihre Kleiderlade in Unordnung, fragte, wer benn darin etwas zu ſchaſfen gehabt habe, and wußte nicht, daß ſie allein die Urſache da⸗ don ſei. Im Laufe des Tages that man mehrere Fragen an ſie, um ihre Erinnerung auf die Probe zu ſtellen, allein das wahre Verhältniß, das Her⸗ umgehen theilte man ihr nicht mit, und ſie weiß heute noch nicht, was vor⸗ gefallen iſt.
Von ganz anderer Art iſt der folgende Fall; er thut dar, daß der Ge⸗ börſinn ſchlief, während das Seh organ in vollkommener Thätigkeit war.
Ein junger Mann, der in Cardrew gewöhnliche Arbeit verrichtet, ſchlief in meinem Brunnenhauſe. Zwei Burſche ſahen ihn aufſtehen und ſich nach der Thür hin begeben, wo er ſich anlehnte. Bald nachher verließ er dieſe Stel⸗ lung und ging in einen Schacht, wo er zwanzig Faden tief hinabſtieg und von ſeinen Kameraden bald nachher mit dem Rüken auf der Leiter ruhend gefunden wurde. Sie riefen ihn, um ihm kund zu thun, in welcher Gefahr er ſchwebe; allein er hörte ſie nicht, und ſie mußten ihn tüchtig ſchütteln, ehe er auf⸗ wachte, wo er dann, wle er in dieſe Lage gekommen ſel, ſich gar nicht zu er⸗ klären wußte.
In einer Sammlung„biſtoriſcher Portraits von Lodge“ kommt eln ähn⸗ liches Beiſpiel vor. 1686 wurde Peter Lely vor Gericht geſtellt, weil er ei⸗ nen Soldaten und deſſen Pferd obenein erſchoſſen hatte. Er war als Träumer bekannt und ſchüzte ſein Nachtwandeln vor; da wohl fünfzig Zeugen die au⸗ ßerordentlichen Dinge, welche er im Schlafe mache, bekräftigten, wurde er losgeſprochen. 5.
Eine ſehr merkwürdige Thatſache erzählt Franklin in den von ſeinem Enkel herausgegebenen„Denk würdigkeiten.“—„Ich ging,“ ſagt er,„ins Seebad bei Southampton und ſchwamm auf dem Rüken, ſchlief ein und ſchlief wohl eine Stunde lang nach meiner Uhr, ohne zu ſinken oder mich umzudre⸗ ben, was ich vorher kaum für möglich gehalten haben würde.“
Die Erzählungen von Nachtwandlern ſind in der That von ſo ganz au⸗ ßerordentlicher Art, daß ſie faſt alle erdichtet ſcheinen würden, wenn ihnen nicht die unwiderſprechlichſten Zeugniſſe zur Stüze dienten. Auf dem Forſte eines Hauſes gehen, über Abgründe ſteigen, in die Tiefe ſchreklicher Schluch⸗ ten hinabklettern, ſind ganz gewöhnliche Unternehmungen von Nachtwandlern, und ſie werden von ihnen mit einer Leichtigkeit ausgeführt, welche die Kraft eines vollkommen wachen Menſchen bei weitem überſteigt. Man erzählt von einem Knaben, der träumte und aufſtand und die Spize eines ungeheuren Berges erſtieg, wo er ein Adlerneſt fand, das er mit ſich nahm und unter ſein Bett ſtellte. Alle dieſe Dinge fanden wirklich Statt, und was er nach dem Erwachen für einen bloßen Traum hielt, erwies ſich als unbeſteittene That⸗ ſache, weil man das Neſt gerade auf dem Fleke fand, wo er es hingeſtellt zu haben glaubte, und ſehr viele Zeugen das gefährliche Abenteuer geſehen hat⸗ ten. Die Klippe, welche er hinauſſtieg, war ſo beſchaffen, daß ſie den erfah⸗ renſten Bergbewohner zurükgeſcheucht haben würde und er ſie zu jeder andern Zeit nicht hätte erſteigen können. Alle ſeine Körperkräfte und die melſten Seelenkraͤfte ſcheinen hierbei vollkommen thätig geweſen zu ſeln, und der Knabe ln dieſem Falle war dem wachenden Zuſtande ſo nahe als möglich, ohne boch Un der That wach zu ſein. Was ſeine Seelenkröfte anbelangt,


