Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
499
 
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iſt. Dieſe Statue wurde nach Innsbruck geſchafft, wo ſie im Jahre(1834) in derſelben Franziskaner-Kirche aufgeſtellt wurde. Nicht ohne tiefe Rührung kann der Freund ſchöner Thaten edler Selbſtaufopferung, noch weniger der Tyroler das Meiſterwerk betrachten, das der erhabene Monarch dem Verdienſte errichtet.(Beſchluß folgt.)

Ueber Nacht wandeln. (Beſchluß.)

Meiſt gehen Nachtwandler mit offenen Augen umher, allein deſſen un geachtet ſchlafen dieſe Organe und thun ihren Dienſt nicht. Schon Shakſpearen war dieſe Thatſache wohl bekannt, wie aus der ergreifenden Szene ſelner Lady Macbeth erhellt:

Arzt. Ihr ſehet, wie die Augen offen ſtehen? Hofmann. O ja, doch iſt ihr Sinn verſchloſſen. ö Ein merkwürdiges Veiſpiel in der Art iſt das folgende; es zeigt, daß zwar die Sehkraft aufgehoben war, aber die Kraft des Ohres in voller Beſchäftigung blieb.

Ein Dienſtmädchen in der kleinen Stadt Chelmsford überraſchte ihre Herrſchaft früh Morgens einmal um vier Uhr, indem ſie ſchlafend die Treppe herunter kam und an der Thür ihrer Frau klopfte, welche fragte, was es gebe. Sie bat in ihrem gewöhnlichen Tone um ein Stük Kattun, denn, ſagte ſie, ſie habe den Rok zerriſſen, aber die Frau werde es ihr hoffentlich vergeben. Zugleich brach ſie in Thränen aus. Die mit ihr zugleich dienende Magd, mit welcher ſie einige Zeit geſprochen hatte, ſah ſie aus dem Bette ſteigen und folgte ihr auf dem Fuße nach, aber doch erſt, als ſie den Unfall erzählt hatte. Sie ging nun wieder in ihr Gemach, und da bereits Licht an⸗ gezündet war, ſah man ſie nach dem Kaſten herumtappen, wo ihre Kleider lagen. Es kam Jemand Anderes berauf, und wie ſie eine andere Stimme ver⸗ nahm, rief ſie:Das iſt eine fremde Stimme, das iſt meine Madam! Es war dies nicht der Fall, zeigt aber offenbar, daß ſie die vor ihr befindliche Per ſon nicht ſehen konnte, obſchon ihre Augen weit offen ſtanden. Auf Befra⸗ gen, was es denn gebe, ſagte ſie nun, daß ſie ein Stük Kattun brauche, al⸗ lein die andere Magd babe bei dem Herrn und der Madam einen großen Spek takel darüber gemacht. Man hielt es nun für gerathen, ſie einige Zeit in Ruhe zu laſſen, und überredete ſie, ſich mit ihrer Kameradin niederzulegen, bis es gewöhnliche Zeit zum Aufſtehen ſei. Sie würde, glaubte man, nach ihrer gewohnten Art aufwachen. Aber dies geſchah nicht; und ſo ging die Frau in die Kammer hinauf und gebot ihr ärgerlich, aufzuſtehen, ſich an ihre Arbeit zu machen; es ſei bereits ſechs Uhr. Sie weigerte ſich:ſie hätte keine Luſt dazu, gab ſie zur Antwort,die Madam könne ſich nach einer andern Magd umſehen. Um zwei Uhr und dabei zeigte ſie nach dem Fenſter! würde ſie nicht aufſtehen und ihre Geſundheit Andern zu Gefallen aufs Spiel ſezen. Die andere Magd wurde von ihr tüchtig ausgeſcholten, und bald nach her war ſie ruhig. Man ſchüttelte ſie ſpäterhin recht ſtark, und da wachte ſie