Mittwoch, 5 Aug uſt.
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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
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batbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu- 2 Man prännmerirt im Kommiſſionsanit du Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinvapier mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand— Kupferabbrülken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſih und bet allen k. k. Poſtämtern.
Zwei Heirathsgeſchichtchen.
Oer Berliner„Geſellſchafter“ erzählt Folgendes:„Unſere Zei— tungen enthalten noch immer ein Helrathsgeſuch nach dem andern, was aber nicht beweiſt, daß die männlichen Hälften heirathsluſtiger werden, ſondern nur, daß man nicht beirathen will, wenn Herr Mammon nicht der Dritte bei dem Ehebündniß iſt. Man wird indeß raffinirter in den Styl der Geld⸗Forderung, geht man aber auf den echten Inhalt, iſt ſie doch ein sine qua non. Dagegen macht ſich in unſern Tagen, wo eine Menge weiblicher Weſen zum ſogenannten Sizenbleiben verurtheilt iſt, doch manche Ehe noch auf merkwürdig gefügige oder gar romantiſche Weiſe und ſelbſt in einer Reſidenz kann ſo etwas vor⸗ kommen. Wir wollen davon zwei wahrhafte Geſchichtchen melden. Ein junger Mann aus der Rheingegend diente in Berlin ſeine Militärzeit ab und ſtand oft auf dem Poſten vor der Wohnung ſeines Generals. Da ſah er nun faſt jedesmal ein anmuthiges Mägdlein beſcheiden vorübergehen, die Augen nicht rechts und tinks die vorhandenen Strahlen verſenden. Bald hat's ihm die Jungfrau an⸗ gethan und er bemüht ſich, jenen Poſten einmal öfter zu bekommen, doch will ſich kein Anlaß finden, dem ſchönen Kinde näher zu treten, und unſer Rhein- länder war nicht geübt in dem Talent vieler unſerer jungen Männer, die Gelegenheit vom Zaun zu brechen. Seine Dienſtzeit iſt um, er ſoll nach Hauſe, er will aber aus einleuchtenden Gründen nicht; quält ſich vielmehr einen Tag nach dem andern ab„wie er ſich ſeiner Geliebten vorſtellen könne. Er ſpazirt nun wohl vor dem Hauſe herum, wo ſie wohnt(denn ſie wohnte ganz in der Nähe jenes Poſtens), aber es fruchtet nicht, et ſieht ſie nicht elumal. Auf einen ſtärkeren Mahnbetef zur endlichen Rükkehr vertraut er ſich ſeinem Vater, der Wittwer, ein bernünftiger reſeluter Mann und plözlich in


