Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
481
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu:? Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen endung 5 fl. Auf Velinvapier mit erſten?(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrülten 5 fl. und poſtfrel 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſih und bei allen f. k. Poſtämtern.

Der Eibenbaum von Croiſſey, oder das goldene Kreuz.

(Beſchluß.)

Als nach Veendigung des großen Trauerſpiels die Armee entlaſſen wur⸗ de, ſagte Eugen zu dem Offizier:

5Mein Lieutenant, du haſt weder Eltern noch Kinder, du biſt allein. Komm mit zu mir. Ich bin zwar nur ein Handarbeiter, aber wir wollen dich von Herzen lieben. Ich habe eine gute Frau und eine hübſche Schweſter. We⸗ nigſtens wirſt du es nicht verſchmähen, daß ich dich meiner Familie als meinen Befreier zeige. f

f Der Lieutenant fiel Eugen um den Hals und dankte ihm innig und

warm. Acht Tage nachher riß ſich Eugen aus den erſtikenden Umarmungen Louiſens und Chriſtinens, um ihnen zu ſagen, während er auf den gerührten Karabinieroffizier zeigte:Da iſt der brave Mann, der mir das Leben rettete, ohne mich zu kennen, und das ſeinige auf das Spiel ſezte, weil er keine Familie hatte, die ihn beweinen könnte; jezt hat er eine. Er iſt mein Bruder; er hat geſagt, er würde mein Haus nicht verſchmähen. Wir arbeiten zuſammen, vielleicht werden wir auch noch einmal ſo reich, daß mein Haus würdiger für einen Lieutenant eingerichtet werden kann.

aEin Lieutenant! rief Chriſtine unwillkürlich.

Liebe Schweſter, ſagte Eugen ganz heimlich zu ihr;der da iſt ſo gut wie der Andere. Chriſtine ſchlug die Augen nieder und ſah den Offizier verſtohlen au. Ach, ich glaube, ſeine Epauletten, die Wunden, die er für den geliebten Bruder empfangen hatte, und dann die ausgeſprochene Abſicht, die Familie nicht zu verſchmähen, alles dieſes bewirkte, daß nach zwei Monaten